Wenn alles gleich ist.

Es ist kalt draußen. Kalt wie kleine Nadeln, die sich leicht in zittrige Haut drücken. Sie atmet die Luft ein, die ihr verheißt, bald frei zu sein. Frei von sich, frei von allem, was emotional ist, von ihrer Empfindsamkeit, frei von Schmerz. Frei von ihrer kitschigen Art, die Welt zu sehen und dann doch mit einem selbstverlorenen freiwilligen Riesenkopfsprung auf dem Asphalt der Realität zu landen. Frei von sich. Ganz von selbst befreit. Von ihrem Selbst ganz frei. Frei. Sie inhaliert die tausend kalten Nadeln der klirrend kalten Luft wie eine Süchtige, die nach Reinheit lechzt und leidet unter ihrer physiologischen Unfähigkeit, diese in- und bei sich halten zu können, denn sie muss ja ausatmen. Also atmet sie aus. Geht schnelle Schritte, hechelt, fordert, befiehlt die Auflösung ihrer eigenen Existenz. Die Erleichterung danach stellt sie sich vor, in allen Variationen, intensiv, tieftauchend, fassungslos leicht und nicht greifbar wie eine alte Legende. Sie wird sich dessen bewusst, dass sie noch nicht einmal Erleichterung fühlen wird, wenn sie nicht mehr ist. “Wie wunderbar. Nicht einmal die Erleichterung. Denn dafür müsste man ja etwas wiegen, ein Gewicht fühlen, um ein Gewicht, das davon abfällt, nicht mehr zu fühlen. Die Diskrepanz zwischen vorher und nachher kennen. Wenn man nicht ist, kennt man aber nichts.”

Doch es ist anders als sie will. Die Welt ist anders als in ihrer Vorstellung, und doch basiert alles, was sie sich vorstellt, wünscht und sich ersehnt auf dem, was es auf dieser Welt schon gibt. Selbst ihr innigster, intimster Wunsch wurde schon einst gewünscht. Er gehört ihr nicht ganz allein. Dieses Gefühl bedrückt sie, bis es sie zuschnürt. Der Gedanke, dass nichts aus ihr selbst entstehen kann, ohne dass es das schon irgendwo irgendwie mit irgendwem gegeben hätte, verleiht ihrer Existenz – und der Existenz der Welt und der Existenz der Existenz und allem, was existiert – eine schier unfassbare Sinnlosigkeit. “Alles. Alles. Alles. Sinnlos.” Sie will schreien, aber tut es nicht – aus reiner Gewohnheit schreit sie – wenn, dann still. Und aus reiner Gewohnheit will sie vor diesem Gedanken fliehen und inhaliert noch mehr kalte Nadeln in sich hinein. Sie fallen nicht mehr leicht auf ihre Haut, sie bohren nun mit Fragen, mit Zweifeln mit den dunklen Wolken ihrer Ängste, mit grauen, schwarzen Schleiern, die sie verdecken und sie vor sich selbst ungesehen liegen lassen.

Und kurz vor der Notausgangstür zur Sinnesverneblung, wird ihr etwas klar. Wenn alles sinnlos war, dann war sie es auch. Und wenn sie sinnlos ist, ohne jegliche Bedeutung, ohne größeres Ziel, ohne größeren Zweck für sich selbst und ihre Umgebung, ohne eine göttliche Pflicht, die ihr auferlegt worden war, war sie nichts wert. Wertlosigkeit nicht im negativen Sinne, die mit Selbstzweifeln, Selbsthass, Selbstverachtung einherging, sondern Wertlosigkeit, die mit der Egalität von allem einherging. Ob sie schrie, lachte oder starb – es war egal. Egal wie “gleich”. Gleichwertig. Gleichnichtig. Und das hieße: Sie musste sich nicht ernst nehmen. Die Last, des Sich-ernst-Nehmens ist vorbei. Wäre sie eine andere, so wie sie sich das immer wünschte, so wäre auch das gleich. Wer auch immer sie wäre, sie würde nur aus sich heraus die Welt beurteilen können, und der eigene Maßstab, der ist wie alle anderen eigenen Maßstäbe auch: Gleich. Mit diesem Gedanken konnte sie sich nicht mehr zur Last fallen. Denn sie wog nichts und wenn, dann genauso viel oder genauso wenig wie die anderen. “Alles ist gleichwertig, selbst wenn alles sich voneinander unterscheidet.” Wenn es gleich ist, wer man ist und was man tut, wohin man will und was man doch nicht erreicht hat, dann ist das Freiheit. Denn gleich, wer sie ist und wohin sie geht, sie endet dort, wo alle enden. Das weiß sie jetzt. Nicht nur theoretisch, sondern ganz einverleibend und ohne Ausweg nach draußen. Diese Erkenntnis ist Freiheit. Denn …

“Nur Sklaven sind frei”
(Hafez)

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23 Gedanken zu „Wenn alles gleich ist.

  1. gleichnichtig.
    seltsam, dass es so schwierig fällt, etwas zu dem zu sagen was Du geschrieben hast. Gleichnichtig ist das Wort dass in meinem Kopf schwirrt. Gleichnichtig.
    Ich glaub ich mag die Gleichnichtigkeit, eine Sache, die es in meinem Kopf schon oft gab, für die ich aber keine Worte hatte. Sherry, ich kann nicht viel sagen zu dem Eintrag, denn es ist auch irgendwie gleich ob ich ihn kommentiere und trotzdem ist es das nicht.
    Das was mir bleiben wird ist gleichnichtig. Seltsam, nicht?

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  2. Sherry, das ist wieder einer jener Texte von dir, die mich vor dem Gesichtspunkt ihrer rhetorischen Grazie und ihres kreativen Gehalts zur Faszination verleiten. Ich merke, wie ich langsam zum Fan deiner Gedanken und deiner darauf basierenden Texte werde. Keep on going :)

    Zum Inhalt: Geistige Resignation assoziere ich auf dem ersten Blick mit allem anderen als mit dem Begriff der Freiheit, du bist in diesem Moment nämlich unfrei, weil du gefangen bist, gefangen in der Leere, die dich umgibt. Allerdings sollte man an dieser Stelle die Perspektive berücksichtigen aus der die Freiheit betrachtet wird und das Dilemma, aus das es sich zu befreien gilt, nämlich aus dem gefühlten Leid, aus der gespürten Qual, die einen innerlich zereißt. Es bleibt dir keine andere Wahl als zu resignieren, denn entweder du bist leer, ein betäubtes Wrack ohne Ladung oder ein Wrack, das jedes mal aufs neue von der Fahrbahn kommt, das gegen den Baum und gegen alles andere crasht. Ein Wrack, das all das fühlen muss, all den Schmerz, den ein solcher Aufprall verursacht. Dann lieber ein betäubtes Wrack, ohne Ladung, ohne Gehalt sein, als ein Wrack mit einem Bündel aus Emotionen, die mehr schmerzen, als ein Nadelstich es je könnte.
    Dennoch muss ich den Begriff eher eingrenzen, für mich ist das eher eine Befreiung aus einem Zustand, als DIE Freiheit oder eine Freiheit schlechthin.

    Shab bakhair Khanom-e hoshyar :)

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  3. Guten Morgen liebe Sherry!
    Ich habe den Text zweimal lesen müssen. Ich habe versucht, nachzuvollziehen wie man von dem Gefühl völliger Gleichheit und Ausweglosigkeit das Gefühl von Freiheit entwickeln kann. Erst fiel es mir sehr schwer, denn ich verspürte nur ein Gefühl von Beklemmung und Ausweglosigkeit. Dann ist mir ein Lichtlein aufgegangen. Wenn ich wirklich verstanden hätte, dass alles keinen Sinn macht und deshalb alles nebeneinander gleichwertig oder wie du sagtest “gleichnichtig” (übringens ein tolles Wort) ist, dann wird ja jede Motivation unbedeutend. Jede menschliche Motivation kann als gleichgültig betrachtet werden, wenn man denn überhaupt emotional dazu in der Lage ist sich oder etwas auch so zu bewerten. Unter dem Gesichtspunkt, dass wir erstens sowieso nichts an uns ändern können und selbst wenn, es sowieso nichts am Lauf der Welt ändern würde, kann ich verstehen, dass die Akzeptanz dieser Tatsache einen befreit. Aber ein Mensch muss viel gekämpft gelitten und auch gescheitert sein, um das akzeptieren zu können.
    Und deshalb denke ich, für diese wenn auch irgendwie tatsächlich weise Erkenntnis muss man viel gelitten haben und das Gefühl gehabt haben, dagegen nichts anrichten zu können. Und deshalb bleibt das Gefühl trottzdem für mich beklemmend aber der Gedanke nachvollziehbar.

    Herzlichst
    Marcus

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  4. Hallo Sherry,

    ein mitreissender Text über die Gedanken eines Menschen, der versucht das Leben zu akzeptieren mit aller Macht nachdem es zu kontrollieren, zwecklos war.
    Hat sie denn eine Wahl? Entweder geht sie zugrunde oder akzeptiert. Und ich denke, das ist auch das, was passiert. Der Moment in dem sie akzeptiert, dass Dinge nunmal so sind wie sie sind und dass man vieles auch nicht ändern kann und vor sich selbst nicht davonlaufen kann, fühlt sie Erleichterung! Auch sehe ich dein Lieblingsthema den ‘freien WIllen’ in deinem Text wiederauftauchen. Sie nutzt ihn, um sich von der strafenden Eigenverantwortung für sich und ihr Leben zu befreien. Und es scheint zu klappen auch wenn die Gedanken und Erkenntnisse bis zu diesem Gefühl wirklich beklemmend sind wie Marcus bereits sagte.

    Liebe Grüsse
    Marla

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  5. Eine wunderbar geschriebene ‘dichte’ Geschichte und zu tiefsinnig, um ohne viel Nachdenken ‘mal eben’ zu kommentieren. Und trotzdem ein paar Worte: Ich glaube nicht, dass der Mensch jemals frei ist. Einer ist vielleicht freier als der andere und damit meine ich natürlich keine körperliche Freiheit. Aber es wird immer zum Menschsein gehören, gewisse Fesseln zu tragen. Es gibt allerdings Ansichten, Gedanken, Lebensverhältnisse, von denen man sich frei machen sollte (wenn man kann).
    LG dir, April

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  6. @Darks:

    Danke, mein Freund. Aber was denkst du, worum ich drumherum greife? Ich weiß nicht, ob das guter Stoff ist. Mir fehlt ein letztes Glied, als sei das hier nicht ganz stringent in der Schlussfolgerungskette. Aber ich fühle, dass in der absoluten Resignation und Akzeptanz eine Art von Lastabwerfen integriert sein kann. Schade, dass du nicht mehr dazu schreiben willst. :P

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  7. @Mietzchen:

    Das Wort hat es dir angetan, ja? Ich weiß nicht, es sprang mir einfach in die Tastatur rein. Wie so oft. Hat dich der Text bedrückt, dass du nichts dazu sagen kannst? Oder hat das Wort einfach Überhand genommen? Was magst du an der Gleichnichtigkeit? Das Gefühl davon, dass wir alle in einem Boot sitzen?

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  8. @Die Antwort geht an euch alle, meine Lieben:

    Ich weiß, wie man das verstehen könnte. Die Befreiung aus der Situation wäre die Freiheit schlechthin gewesen. Aber Befreiung in ihrem Fall hieße für sie tatsächlich, dass sie stirbt, damit sie nicht mehr ist, wer sie ist. Damit sie nicht mehr ist, wie sie ist. Ihre Emotionen, ihre Gedanken, ihr Leben, ihre ganze Persönlichkeitskonfiguration scheint sie zu belasten, sie will sich abwerfen, damit sie sich selbst nicht mehr zu tragen hat. Nun hat sie zwei Möglichkeiten: a) sie bringt sich um der b) sie spürt die Last ihres Ich’s ein Leben lang weiter und quält sich bis zum “natürlichen Tod”. Beide Optionen sind irgendwie desaströs. Sie hat einen anderen Weg “gewählt”, einen, der ihr im Augenblick der suizidalen Vorstellungen gekommen ist: Sie hat einfach aufgehört, sich ernst zu nehmen, hat die Welt auf ein einziges Podest gestellt, allem Leben den Sinn genommen. Das hat sie erleichtert. Sie aus der Lage des “Speziellen”, des “Anderseins”, des “Wichtigseins” (für sich selbst) rausgehebelt. Wenn sie sowieso nichts für das, was sie ist, kann, dann muss sie sich auch nicht ernst nehmen. Wenn sie nur ein – sorry – ausgeschissenes Zufallsprodukt des Universums ist, dann hat sie keine Eigenverantwortung mehr und kann einfach akzeptieren, dass die Dinge nun einmal so sind wie sie sind, und dass alles gleich idiotisch, gleich wertig, gleich nichtig ist. Und etwas, das nichtig ist, kann nicht so eine schwere Last sein. Sie akzeptiert und wird kurz ruhig. Fühlt die Freiheit in den Fesseln.

    .

    @Espé joon:

    Ich danke dir sehr sehr sehr für deine lieb-lobenden Worte. Ich fühle mich geehrt. Sehr. (Rest der Antwort zu dir war der Abschnitt, der an alle ging da oben)

    .

    @April:

    Ich sehe das wie du. Der Mensch wird nie ganz frei sein, und ich gehe sogar weiter: Ich glaube nicht an seinen freien Willen.

    .

    @Mützenfalterin:

    Ich mag deinen Satz sehr. Vielleicht ist Freiheit erst, wenn man nicht mehr fragt, was Freiheit ist. Das wäre die völlige Akzeptanz unserer Existenzart, unserer Art, zu denken und zu sein.

    .

    @Wildgans:

    Wahrscheinlich schon. Ich habe einmal einen Satz gehört, der sehr bekannt ist, ich glaube, er ist aus irgendeiner Stelle der Bibel: “Herr gib’ mir die Weisheit, zu verändern, was man ändern kann und zu akzeptieren, was man nicht verändern kann – und die Weisheit, zwischen beidem zu entscheiden!” (Kein Zitat, ich hab’s aus dem Kopf geschrieben) … Und diese Fähigkeit, ist für mich eine Art von Freiheit, wenn es überhaupt soetwas wie Freiheit für uns geben kann.

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  9. Sherry Liebes,

    nein bedrückt hat er mich eher nicht, es war eher da Wissen um das was man nicht weiss…. oder bei dem man nicht weiss, wie man es ausdrücken soll. Du hast es nochmal in Deinem Kommentar so schön erklärt, wie der Text zu verstehen sei und so habe ich ihn auch empfunden als ich ihn las. Ich habe ihn aber nicht als erdrückend empfunden, wahrscheinlich ist das Sich-nicht-ernstnehmen der einzige Weg aus dem Dilemma, und trotzdem müssen wir auch immer wieder Dinge (Menschen) ernst nehmen, nicht nur andere sondern auch uns. Ich glaube das ist immer dieses ewige hin und her zwischen Indidviduum und Gesellschaft (und schon wenn ich es schreibe klingt es so kalt und so abgedroschen, wie aus einer soziologischen Rede aus der Uni). Wir können nie etwas einzigartiges sein, weil es uns in unseren Menschen x-mal gibt und wie Du oben schon geschrieben hast, alle Gedanken wurden mindestens auch schon x-mal gedacht und andrerseits können wir uns nicht völlig für die anderen aufgeben, weil es nicht geht. Wir sind einfach nicht nur nichts und auch wenn es schön klingt mit dem zusammen sind wir stark, wir bleiben trotz allem eins und damit doch wieder einzigartig.
    Ach… ich mach es einfach so, die Freiheit ist eines unserer Ideale, die keiner je erreichen wird, genausowenig wie es die perfekte bedinungslose Liebe geben wird und auch wie es Gleichheit nie geben wird. Eigentlich erreichen wir diese Ideale nur indem, wie wir darüber nachdenken (ja nicht zuviel!!) und was wir damit machen, aber jeder hat seine eigenen Vorstellungen davon. Ein Goldfisch im Glas wird sich vermutlich auch als frei empfinden, weil er nicht weiss, dass es das Meer gibt. Selbst wenn er es wüsste, heisst es ja noch lange nicht, dass er sich darin wohl fühlt (bei meinem “Expertenwissen” ist er wahrscheinlich auch eher ein Süsswasserfisch und würde sofort im Meer sterben ;) ).
    Das Wort gleichnichtig ist einfach schön, noch so unverbraucht und ich mag die beiden “ch”s darin. Die Worte gleich und nichtig sind auch fast gleichlang. Ich mochte das ü nie in gleichgültig, auch wenn es ein schönes Wort ist mit seinen drei g’s…. ich glaub ich führ das jetzt nicht weiter aus ;). Frag mich nicht warum ich Wörter mag oder nicht!! es liegt an der Form, an ihrem Klang und dem Bild, das sie in meinen Kopf hineinzaubern ;-)

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  10. ich kenne dich zu wenig um zu wissen um was es überhaupt geht, warum du so schreibst , was dein Schicksal ist .. ich hoffe ich werde dich gut genug kennenlernen um es eines Tages zu wissen. In einem hast du aber schon mal recht und zwar in dem Satz :

    ” Wenn es gleich ist, wer man ist und was man tut, wohin man will und was man doch nicht erreicht hat, dann ist das Freiheit “!

    ich habe eine schwere zeit des “Freiheitskampfes ” hinter mir, andere hätten sich umgebracht, wären Alkohol – oder Drogenabhängig geworden , bestimmt aber an die Seite eines Therapeuten gestellt worden. Ich hatte von all dem nichts und ich habe überlebt. alleine als Einzelkämpfer der ich schon immer war! Ich habe eine lange zeit der schrecklichsten ängste und schmerzen hinter mir , aber erst als es in meinem Körper keinen Knochen mehr gab der nicht gebrochen , kein Weichteil das nicht beschädigt wurde .. erst dann bin ich aufgestanden und hab gesagt, bring mich um oder lass mich frei .. es ist mir egal was tu tust, aber tu es jetzt …. erst da habe ich meine Freiheit unbegrenzt erhalten und niemals mehr gebe ich sie her!

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  11. Meine liebe Juzicka …

    Der Satz, dem du einem anderen damals an den Kopf geschmissen hat, erklärt ganz genau, in innigst verstandener Form, was ich mit meinem Text sagen wollte. Ich habe mit einem großen Krampf in meinem Körper deine Worte gelesen, und ich bin innerlich erstarrt vor dem, was du erlebt hast und wie du alleine gekämpft hast. Ich bin sprachlos. Nur wisse eines, ich verneige mich vor deiner Kraft. Ich denke an dich.

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  12. Mietzchen …

    Worte haben Kraft, sie haben Klänge, sie tragen Musik. Sie machen, dass man manchmal das Gefühl hat, dass der Klang eines Wortes zu seinem Objekt passt. Und das ist wirklich wunderbar. Ich glaube, wenn wir wirklich schaffen, dass wir uns in einer nicht destruktiven Art nicht allzu ernst nehmen, dass das Leben leichter werden kann. Aber das ist nicht der einzige Weg zu einem weniger verkämpften Leben. Ich denke, es gibt noch einige andere. Aber ich sagte letztens zu Mr. Serious, dass mir dieses “sich-selbst-und-alles-als-einen-schlechten-Witz-betrachten” schon sehr hilfreich sein kann, einem Momente der totalen Selbstentlastung bescheren kann. Und ich habe mich gefragt, warum ich das in der letzten Zeit nicht mehr so gut anwenden kann … Vielleicht versuch’ ich’s wieder. Gedanken müssen geübt werden, bis sie automatisch werden. Ich versäume einfach immer das Üben, weil ich schon wieder mit ganz anderen Gedanken rumexperementiere.

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  13. weisst du Sherry ich habe viele Kräfte, eine davon ist diejenige zu überleben.

    aber wenn du an mich denken magst , dann denke mit viel Freude an mich . Ich bin ein freudiger , sehr sehr glücklicher mensch . Ich habe durch meinen Kampf nichts verloren , aber viel gewonnen. All die dinge die mir wichtig waren , allen voran mein inneres Kind hab ich tief in meiner Seele versteckt vor dem bösen. Als es vorbei war habe ich es unbeschadet zurück bekommen. Ja ich bin ein glücklicher Mensch , ich habe all meine träume noch .. meine Fantasie , Kreativität und die liebe zu Kinder, Tieren und zur Natur . Ich bin nach wie vor frech und lustig und was auch immer du willst. Ich mag auch Männer , nur leben möchte ich mit keinem ☆

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  14. Ich weiß, Liebes. Ich spüre deine Kraft, und ich sehe deine schöne, verspielte Blogseite und deine kraftvollen Farben. Du hast deine Stärke entdecken können, auch, wenn ich wünschte, du hättest diese ohne diese Erfahrung gewonnen. Man kann gut ohne Männer zusammen leben. Denn, es gibt Äpfel, den Herbst, den Straßenlärm, Vogelgezwitscher – und vor allem gibt es Kinder mit Lebkuchenherzen und kleinen kastanienbraunen Locken.

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  15. Liebe Sherry,
    dieser Gedanken, dass nichts, was in mir ist, egal wie tief es auch liegt, wirklich meine eigenes ist, dass es nicht nur mir gehört, sondern dass es auch andere schon vor mir gab, die dies dachten, wünschten, begehrten oder erlebten … dieser Gedanke erfüllte mich beim Lesen mit einem gefühl des Trostes … es gibt dort draußen andere! Ich weiß, schon lange weiß ich, dass es sie dort gibt, nur sie sind so schwer zu finden. Denn in der Realität verstecken wir uns hinter den Masken die wir tragen …
    LG
    S

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  16. Wieder einmal beginne ich, einen Kommentar zu schreiben, weil ich in mir eine tiefe Relation spüre. Immer schreibe ich verdammt nochmal nur Kommentare, wenn mich etwas tief berührt. Aber so sind die meisten Menschen wohl…ich ganz besonders. Meine Gefühle verraten mich…ständig. Und so kann ich gar nicht anders, als hier jetzt wieder irgendwas zu schreiben, wobei das “was” nebensächlich ist, vielmehr ist es das Schreiben des Kommentares an sich. (Wie viel kann man in einem Kommentar preisgeben, ohne sich selbst zu verraten?) Dein Text ist wunderbar. Schön geschrieben und…sehr…meinen momentanen Überlegungen entsprechend. Ist es wirklich Freiheit in Fesseln? Hm…aber andererseits – welche Art von Freiheit ist das nicht…
    Lieben Gruß und nen schönen Abend,
    M.

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  17. @Liebe Spiegeltrick:

    Manchmal kann das Gefühl, völlig unfrei zu sein, auch eine Entlastung sein. Das denke ich mir manchmal. Ich fühle manchmal die Verzweiflung dieser Frau, und wenn ich anfange, mich in Relation zum Universum zu sehen, dann werde ich mir meiner Nichtigkeit bewusst. Und das hilft mir ungemein. Das hört sich vielleicht doof an, aber manchmal kann ich mich genau so wieder auf den “Boden der Tatsachen” runterholen.

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  18. @Liebe Meike,

    obwohl du um deine Gefühle herumgeschlichen bist, habe ich dich doch einwenig verstanden. Ich bin selbst ein vorsichtiger Mensch, aber manchmal frage ich mich: Könnte man uns noch verletzen, wenn wir uns absolut wehrlos offen legen würden und auf alles gefasst sein würden? Zu der Freiheitsfrage: Ich denke, Freiheit gibt es nicht. Es gibt nur das, was wir mit unseren Gedanken zu unserem Zustand machen. Wir können a) auf den Begriff Freiheit scheißen und akzeptieren, dass es sie so nicht gibt oder b) weiterhin daran festhalten, dass wir unser Leben irgendwie doch selbst in der Hand haben und uns auch eine Art “moderate Freiheit” geben können.

    Schlaf’ gut, liebe Meike … :)

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  19. Das mit der Unverletzbarkeit ist meiner Meinung nach gar nicht so verkehrt… Ich glaube, dass es geht. Nur, ob das jeweilige Individuum dann auch wirklich dazu in der Lage ist, so weit zu gehen und zu sagen, ich lege mich absolut wehrlos offen – ich mache mich un-verwundbar…hm. Ich glaube, es ist ein Prozess. Dass es geht, das glaube ich wirklich. Aber nicht ohne Liebe. Nicht ohne Liebe für sich selbst und alles, was ist. Denn daraus entsteht alles weitere – Mitgefühl, Verständnis, Toleranz…für sich selbst und die anderen. Tja, ich sage das so…und stehe trotzdem da und gebe zu: ich kann es (noch?) nicht. Aber wer kann das schon. Wer kann das schon…
    Schlaf du auch gut… :-)

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