Die Geschichte Iran's – sehr kompakt

Schon seit frühester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Iran bezeichnet (eine Abkürzung des mittelpersischen “Eran Schahr”). Die altiranische Form dieses Namens, Arya-na-m Xšara, bedeutet „Land der Arier“. Der Begriff Iran wird direkt von Arier (bedeutet “von edler Herkunft”) hergeleitet.

Die im Abendland bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung Persien geht erst auf die Zeit der Achämeniden zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes persisches Großreich schufen. Dessen Kerngebiet war die von den Griechen so genannte Landschaft Persis, die heutige Provinz Fars um Schiraz.

Erst 1935 ließ Reza Shah, im Zuge der Modernisierung, den Namen des Landes von Persien in Iran umändern. Damit wurde wieder die ursprüngliche Bezeichnung eingeführt.

Die Ursprünge

Man kann zwar nicht ganz genau sagen wann sich die ersten Bewohner im heutigen Iran niedergelassen haben, aber man nimmt an, dass in der Jungsteinzeit kleine Gruppen von Jägern in Höhlen im iranischen Hochland gelebt haben.

Im Tiefland von Khuzistan, welches nahe genug an Mesopotamien und dem Einfluss der sumerischen Hochkultur lag, entwickelte sich die Hochkultur Elams, welches bei Susa ihre Hauptstadt hatte und eine frühe Stadtkultur hervor brachte. Sie hatten ein differenziertes Wirtschafts- und Handelssystem und es kam zu einem bedingten Aufkommen der Schrift. Elam entwickelte ein eigenes Schriftsystem und brachten trotz der ständigen Kontakte zu Mesopotamien eine eigenständige elamische Mythologie und Kunst hervor.

Während des elamischen Reiches in Khuzistan und Fars gab es zahlreiche Dynastien. Die Dynastie von Awan (2600-2100 v. Chr.) und die Dynastie von Shimashki (2100-1900 v. Chr.) hatten zahlreiche Kämpfe mit den Völkern von Mesopotamien und übernahmen zwar deren Keilschrift, entwickelten jedoch weiter ihre eigene Mythologie und Kultur. In der Epartiden-Dynastie (1900-1600 v. Chr.) kam es vermehrt zu Auseinandersetzungen mit den Babyloniern. Ihr folgte die Igihalkiden-Dynastie (1400-1230 v. Chr.) und um 1250 v. Chr. gründete deren König Untash-Napirisha (1275-1240 v. Chr.) die Tempelstadt Dur Untash.

Unter der Shutrukiden-Dynastie (1200-1100 v. Chr.) lebte der König Shutruk-Nakhunte I. (1190-1155 v. Chr.), der ein erfolgreicher Heerführer und Bauherr war. Er ließ in Susa, im Garten des Inshushinaktempels, das erste „Museum“ der Welt errichten, welches Beutestücke aus den Eroberungszügen in Mesopotamien enthielt, unter anderem auch die bedeutende Gesetzesstele Hammurabis von Babylon und die Siegesstele des Akkadkönigs Naramsin. Auch seine Nachfolger Kutir-Nakhunte und Shilhak-Inshushinak (ca.1150-ca.1120 v. Chr.) führten Feldzüge nach Mesopotamien durch. Ende des 9.Jahrhunderts v. Chr. werden die Elamier wieder als Feinde des assyrischen Königs erwähnt. Zwischen 750 und 650 v. Chr. scheint es in der Susiana einen neuen elamischen Staat gegeben zu haben, dessen Herrscher bald in Auseinandersetzungen mit Assyrien und Babylon gerieten. 740 v. Chr. zog der elamische König Humban-Nikash mit seinem Verbündetem aus Babylonien gegen Sargon II. von Assyrien in den Krieg und besiegte ihn 720 v. Chr.. Sein Nachfolger Shutruk-Nakhunte II. (716-699 v. Chr.) vereinte alle elamischen Stämme von Susa und Anshan zu einem Reichsverband. In der Schlacht am Ulai-Fluss (659 v. Chr.) wird der elamische König Tepti-Humban-Inshushinak vom assyrischen König Assurbanipal vernichtend geschlagen. Assurbanipal verwüstet das ganze Land, schlachtet den größten Teil der Bevölkerung ab und es beginnt der endgültige Niedergang Elams.

Gegen 1250 v. Chr. wanderten aus dem Norden die Protoiranier in das persische Hochland ein, zogen in südöstlicher Richtung weiter und ließen sich in der heutigen Provinz Fars nieder, von wo aus sie ihre Vormachtstellung im gesamten Vorderen Orient ausbauten. Von ihnen wird von als Perser berichtet und von der Gruppe, die sich in der Gegend von Ekbatana niedergelassen hatte, als Meder.

Das gesamte soziale Leben und die religiösen Vorstellungen der Menschen des Hochlandes änderten sich durch das Eindringen der neuen Völkerstämme, was sich anhand von archäologischen Hinterlassenschaften belegen lässt.

Die Urartäer hatten ihr Gebiet vom westlichen Euphratbogen in Ostanatolien über das Gebirgsland um den Berg Ararat bis etwa nach Ardebil in Iranisch-Azarbaidjan. In assyrischen Quellen des 13. Jahrhunderts v. Chr. wird Urartu erstmals erwähnt und es wird von mehrfachen kriegerischen Auseinandersetzungen mit urartäischen Stämmen berichtet. Im 9. Jahrhundert v. Chr. schlossen sich die Stammesgemeinschaften der Urartäer unter assyrischem Druck zu einem Reich zusammen, wodurch Assyrien einen starken und wehrhaften Nachbarn im Norden hatte. 714 v. Chr. unterlagen sie aber letztlich doch Assyrien, konnten aber bis Anfang des 6. Jahrhunderts, in ihrem Kerngebiet um den Berg Ararat als relativ unabhängiges Reich existieren. Dann unterlagen sie jedoch endgültig einem Bündnis der Meder und Skythen.

Das Land der Meder erstreckte sich vom Zagros nach Osten bis nach Kermanshah und die medische Hauptstadt war Ekbatana. Die Meder waren wohl das erste wirklich bedeutende Königreich im Hochland, aber es wurden von ihnen keinerlei Schriftdokumente überliefert und man muss sich auf die historischen griechischen und assyrischen Quellen verlassen. Der erste bekannte medische König war Deiokes (699-647 v. Chr.), welchem Phraortes (664-625 v. Chr.) folgte. Mit der skythischen Herrschaft hatten sie kriegerische Auseinandersetzungen und sie wurden stark genug um gegen das mächtige Assyrien anzutreten, wo sie zusammen mit den verbündeten Babyloniern 612 v. Chr. deren Königsstadt Niniveh eroberten und damit das assyrische Weltreich zu Fall brachten. Als jedoch bald darauf der letzte medische König Astyages (585-550 v. Chr.) dem Perserkönig Kyros II. unterlag, ging das medische Reich unter.

Die Achämeniden und das erste persische Weltreich (550 – 330 v. Chr.)

Hakhamanish , nach dem die Dynastie der Achämeniden benannt wurde, gelang es, Anfang des 7. Jahrhunderts v. Chr., einige persische Stämme unter seiner Führung, in der Region Parsumash, zu vereinigen. Seine Nachfolger regierten das Land von der Provinz Fars aus, wobei eine feste Residenz nicht bekannt ist.

Kambyes I. (ca. 600-559 v. Chr.) gelang es durch eine Heirat das eigenständige medische Königreich an Persien zu binden. Sein Sohn Kyros II. (559-530 v. Chr.) schaffte es, den medischen König Astyages und das lydische Königreich zu besiegen. Nach Auseinandersetzungen mit den griechisch-ionischen Städten der kleinasiatischen Westküste, gelang es ihm bis zu den Grenzen Indiens vorzustoßen und neben Syrien und Palästina auch Babylon zu erobern. In den eroberten Gebieten handelte er sehr tolerant gegenüber den andersgläubigen unterworfenen Völkern und ließ sie die Tempel ihrer Gottheiten wiederaufbauen oder restaurieren, um sie auf diese Weise auch an sich und seine Besatzungspolitik zu binden. Er selbst regierte von den übernommenen Residenzen Ekbatana und Babylon aus, ließ aber in seiner persischen Heimat die erste achämenidische Residenzstadt, Pasargadae, bauen, in welcher er auch bestattet wurde.

Sein Sohn, Kambyses II. (530-522 n. Chr.), übernahm die Macht und unternahm einen Feldzug nach Unterägypten, wo er das Heer des Pharaos besiegte. Von da an regierten über hundert Jahre persische Statthalter Ägypten als Teil des achämenidischen Großreichs.

Als sich Kambyses II. für längere Zeit in Ägypten befand, bemächtigten sich eine Reihe von Usurpatoren der Herrschaft. Mit Hilfe der Priesterkaste der Magier riss Gaumatar im Kernland die Macht an sich und errichtete eine blutige Gewaltherrschaft. Nachdem Kambyses II. auf seinem Rückweg nach Persien starb, erhob Darius I. (522-486 v. Chr.), welcher aus einer Nebenlinie der Familie stammte, Anspruch auf die legitime Herrschaft über das Reich der Achämeniden und konnte, nach der Heirat mit der Tochter von Kyros II., den Thron besteigen. Nach einem Jahr hatte er alle selbsternannten Gewaltherrscher in allen Teilen des Reiches beseitigt und die Ordnung wieder hergestellt.

Unter der Regierungszeit von Darius I. gelangte das Reich zu einer nie wieder erreichten Blüte. Die Wirtschaft, der soziale Friede und die Künste prosperierten innenpolitisch. Außenpolitisch expandierte das Land zur Weltmacht, es erstreckte sich vom Indus-Tal bis an die kleinasiatische Westküste und von den südrussischen Steppen bis nach Äthiopien und Libyen. Mit dieser Basis wollte man Griechenland angreifen, aber daran scheiterte Darius in der Schlacht von Marathon im Jahre 490 v. Chr.

Xerxes I. (486-465 v. Chr.), der Sohn und Nachfolger von Darius I., gelang es ebenfalls nicht, die Griechen zu unterwerfen, sondern er verlor die Schlachten von Salamis, Plataiai und Mykale. Sein Sohn, Artaxerxes I. (465-424 v. Chr.), musste 448 v. Chr. in diesen Auseinandersetzungen einen von den Griechen diktierten Friedensvertrag unterzeichnen. Das immer noch große und mächtige Achämenidenreich wurde, nach der nur einjährigen Herrschaft Xerxes II., von Darius II. (423-404 v. Chr.) regiert. Als er gegen Ende seiner Regierungszeit Ägypten verlor, flammten überall im Land Unruhen auf und die Stabilität geriet ins Wanken. Und sowohl unter Artaxerxes II. (404-359 v. Chr.) als auch unter Artaxerxes III. (359-338 v. Chr.) lehnten sich immer mehr der Satrapien genannte Verwaltungseinheiten am Mittelmeer und in Kleinasien gegen die Achämeniden auf. Artaxerxes II. verlor zwar einige Gebiete, doch seinem Nachfolger gelang es die Unruhen in Phönizien zu beenden und Ägypten wieder seinem Herrschaftsbereich unterzuordnen.

Artaxerxes III. und der Thronfolger Arses wurden Opfer von Giftanschlägen, um Darius III. (335-331 v. Chr.) an die Macht zu bringen. Aber schon bald zog Alexander der Große in Babylon und Susa ein und die Zerstörung von Persepolis und die Eroberung der beiden Königsresidenzen Pasargadae und Ekbatana setzten dem achämenidischen Weltreich ein Ende.

Um das große Territorium und die unterschiedlichste Bevölkerung des Reiches zusammenzuhalten, bedurfte es einer straffen Verwaltung, einer wohldurchdachten Hierarchie und einer funktionierenden Infrastruktur. Der achämenidische Machtbereich wurde seit Darius I. in 20 Verwaltungseinheiten, den Satrapien, unterteilt, denen teilweise mehrere Volksgruppen angehörten. Statthalter jeder Satrapie war ein vom König persönlich ernannter Satrap, dieser konnte weitgehend selbständig regieren, war aber dem achämenidischen Herrscher abgabenpflichtig. So behielten die Völker ihre Sprachen in Wort und Schrift bei, die offiziellen Staatssprachen waren Babylonisch, Elamisch und Altpersisch, während die Verwaltungssprache des gesamten Reiches Aramäisch war.

Ein gut ausgebautes Straßennetz ermöglichte zwischen den Satrapien einen regen Handelsverkehr, und um diesen noch mehr zu vereinfachen, wurde die Idee des geprägten und mit einem Bild versehenen Münzgeldes geboren, welches sich von hier aus in der ganzen bekannten Welt verbreitete.

Die monumentale achämenidische Architektur baut auf die assyrischen und babylonischen Vorläufer aus Assur, Niniveh und Babylon ebenso auf wie auf die einheimischen aus Susa, Ekbatana und dem urartäischen Bastam. Die Paläste in Pasargadae entstanden unter Kyros II. und die in Susa und Persepolis unter Darius I.. Das einheitliche Grundschema und zentrale Element aller Palastanlagen bildete die große quadratische Empfangshalle. Das Dach dieser Hallen wurde von zahlreichen Reihen hoher Steinsäulen mit figürlich ausgestalteten Kapitellen getragen. Verwaltungs- und Schatzhäuser waren Teil dieser repräsentativen Regierungsgebäude und hinter diesen offiziellen Bauten lagen die Privatpaläste, mit den privaten Wohnungen des Herrschers und seiner Familie.

Durch das (Edel-) Metall- und Siegelschneidehandwerk wird besonders die achämenidische Kleinkunst repräsentiert und man kann zahlreiche Beispiele der persischen Goldschmiedekunst in Museen weltweit bewundern.

Trotz aller Eigenständigkeit der achämenidischen Kunst stammen viele Elemente aus fremden Kulturen, wie den Ländern Elam, Medien, Urartu, Babylon, Assyrien, Ägypten, den skythinischen Steppen und dem hellenistischen Griechenland. Doch nur eine selbst hochentwickelte Kultur wie die persisch-achämenidische kann die Vorzüge und Errungenschaften einer gleichwertigen fremden Hochkultur erkennen und integrieren.

Alexander der Große und die Seleukiden (330 – 250 v. Chr.)

334 v. Chr. fiel der junge makedonische König Alexander, nach den Eroberungen von Griechenland, Ägypten, der Türkei und dem Iran, auch in das kleinasiatische Territorium des persischen Reiches ein. Nach seinen Siegen der Schlachten bei Issos (333 v. Chr.) und Gaugamela (331 v. Chr.) verstand er sich als legitimer Erbe des persischen Großkönigtums und wurde als solcher auch weitgehend anerkannt. Dies dankte er dem Volk, indem er keine Zerstörungen und Plünderungen zuließ und nur Persepolis fiel der Zerstörung zum Opfer, was auch aus Rache für persische Übergriffe auf Griechenland und die Zerstörung Athens unter Xerxes geschehen sein kann. Ansonsten war Alexander für eine Politik der Verständigung und Versöhnung bekannt und es lag nicht in seiner Absicht die eroberten Völker zu vernichten.

Nach seinem Tod 323 v. Chr. bekämpften sich lange Zeit seine Nachfolger, die Diadochen, um die Vorherrschaft und die Macht über sein Weltreich zu erringen und sein Reich teilte sich, in drei sich streitende Dynastien. 312 v. Chr. ging der griechische General Seleukos siegreich aus den Machtkämpfen hervor, er übernahm alle Gebiete Vorderasiens, ließ in der Nähe des heutigen Bagdad seine Residenz errichten und gründete als Seleukos I. Nikator die Dynastie der Seleukiden.

Unter seiner Herrschaft und die seiner Nachfolger begann die Hellenisierung und die achämenidische Sprache wurde, besonders im westlich gelegenen Nahen Osten, von der griechischen verdrängt. Aber Persien wurde am Ende in geringerem Masse hellenisiert, als die hier lebenden Griechen selbst von der altorientalischen Kultur und den weit entwickelten Naturwissenschaften beeinflusst wurden und dieses neue Wissen zurück nach Europa brachten. Trotzdem kam die traditionelle persische Kunst und Kultur, die seit 700 Jahren kontinuierlich gewachsen war, für fast 100 Jahre zum Stillstand und die hellenistische Kunst trat in den Vordergrund.

Das Reich der Parther (250 v. Chr. – 224 n. Chr.)

Ab Mitte des 3.Jahrhunderts v. Chr. brach, von Zentralasien aus, das Volk der Parther, halbnomadische persische Reiterstämme, auf und wanderten in Khorasan ein. Die parthischen Stämme machten den herrschenden Seleukiden nach und nach die Macht im gesamten Orient streitig und nach 80 Jahren gelang es dem Pather-König Mithradates I. (171-138 v. Chr.) sowohl das gesamte Gebiet des heutigen Irans als auch die seleukidischen Provinzen Babylon und Assur zu erobern.

Während sie sich selbst nach ihrem Dynastiegründer Ashkanian nannten, erhielten sie die Bezeichnung Parther auf Grund der Eroberung, der im Nordosten gelegenen seleukidischen Provinz Parthava. Gegenüber von Seleukia, am anderen Ufer des Tigris, gründeten sie ihre Stadt Ktesiphon und ernannten sie zu ihrem Regierungssitz. Mithradates I. verstand sich als Erneuerer des achämenidischen Reiches und als legitimer Nachfolger der achämenidischen Könige.

Das Reich umfasste unter seinem Nachfolger Phraates II. (13´8-128 v. Chr.) ein Gebiet vom Euphrat im Osten, Herat im Osten, dem Kaspischen Meer im Norden und dem Persischen Golf und dem Meer von Oman im Süden, jedoch waren die Grenzen zu dieser Zeit nicht vollständig gesichert.

Dem mächtigen parthischen Herrscher Mithradates II. (123-88 v. Chr.) gelang es die Herrschaft über das gesamte Reich zu festigen und damit die politische Situation zu stabilisieren. Dies führte zu einem ausgedehnten und blühenden Handel, welcher von Syrien bis nach China, später auch als Seidenstrasse bezeichnet, reichte.

Nach ständigen Kämpfen um Armenien, Mesopotamien und Syrien mit den Römern, gelang es den Parthern 53 v. Chr. das römische Heer bei Carrhae vernichtend zu schlagen. Unter dem parthischen König Phraates IV. wurde mit Kaiser Augustus gut 30 Jahre später Frieden geschlossen und der Euphrat als Grenze zwischen den beiden Reichen festgelegt. Schon gut hundert Jahre später kam es wieder zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Römern und den Parthern, bei denen meistens die Parther gewannen. Erst Marc Aurel gelang es die Parther zu besiegen, die daraufhin Armenien räumen mussten und aus Syrien vertrieben wurden. So kam es gegen 200 n. Chr. zu einem von den Römern diktierten Friedensschluss und der Euphrat wurde erneut als Grenzlinie festgesetzt.

Die Parther gründeten in Mesopotamien und Persien einige große Städte und sind für die erste Blüte der persischen Architektur verantwortlich gewesen. Alle Städte hatten einen ähnlichen Grundriss und das Stadtgebiet bildete eine geschlossene Rundanlage, was sich aus dem Aufbau leicht zu verteidigender Militärlager entwickelt hatte. Im Zentrum der Städte, in der Nähe der offiziellen Bauten und den Wohnhäusern der Adligen und des gehobenen Bürgertums, lagen die Paläste und Tempel. Die Entwicklung des Iwan, eine nach einer Seite offene Halle mit einem rechteckigen Grundriss, war eine weitreichende Neuerung der parthischen Palastarchitektur. Dieses Konzept des Iwan wurde in der darauf folgenden sasanidischen Zeit vervollkommnet und monumentalisiert, um sich schließlich später als Grundmerkmal der persischen Moscheen durchzusetzen. Ansonsten war die Kunst der Partherzeit eher eine Mixtur aus unterschiedlichen Stilrichtungen- altpersische Traditionen trafen mit zentralasiatisch-nomadischen, hellenistisch-seleukidischen und altorientalischen Einflüssen zusammen. Neben Griechisch und Aramäisch war das mittelpersische Pahlavi die Schrift und Sprache der Parther.

Die Sasaniden und das zweite persische Weltreich (224 – 642 n. Chr.)

Die Dynastie der Sasaniden nahm ihren Anfang in der Provinz Fars, in der Stadt Istakhr in der Nähe von Persepolis. Der Oberpriester Sasan, nach dem die Sasaniden benannt sind, hatte dort, im Anahitaheiligtum, das Amt eines fratadara (= Hüter des heiliges Feuers) inne. Er behauptete ein Nachkomme des letzten achämenidischen Königs Darius III. zu sein und sein Amtsnachfolger Papak leitete von dieser Abstammung sein Recht auf die Königswürde ab und beanspruchte den persischen Thron. Nach seinem Tod, trat sein jünger Sohn Ardashir I. (224-241 n. Chr.) seine Nachfolge an und ließ sich in Istakhr zum König krönen. Danach zog er zum heutigen Firuzabad und organisierte einen Aufstand gegen den parthischen Großkönig Ardawan IV.. Ardashir ging 224 n. Chr. in der entscheidenden Schlacht als Sieger hervor, übernahm endgültig die Herrschaft über Persien und gründete die Dynastie der Sasaniden.

Shahpur I. (241-272 n. Chr.) übernahm nach dem Tod seines Vaters den persischen Thron. Ihm gelang es auch erfolgreiche Eroberungszüge in Nordmesopotamien, Armenien und der syrischen Stadt Dura Europos zu führen und bei Auseinandersetzungen mit den Römern die drei römischen Kaiser Gordianus III., Valerian und Philippus Arabs zu besiegen, was er alles in seinen Residenzen Bishapur und Naqsh-e Rostam in Felsenreliefs abbilden ließ.

Nach seinem Tod 272 n. Chr. folgte eine erste Schwächephase der Sasaniden, die bis zur Regierungszeit von Shahpur II. (309-379 n. Chr.) anhalten sollte. Außenpolitisch verloren sie bei Auseinandersetzungen gegen die Römer und innenpolitisch wurde das Land von Religionskriegen aufgerieben.

Shahpur II. gelang es das sasanidische Reich wieder zu einem ernstzunehmenden Machtfaktor im Vorderen Orient zu machen und nach einem Sieg über Julian Apostata holte er sich 363 n. Chr. Armenien und Nordmesopotamien zurück. Doch direkt nach seiner Regierungszeit folgte die zweite Schwächephase der Dynastie. Alle Großherrscher mussten sich mit Angriffen von den Hephthaliten im Osten und dem Byzantinischen Reich im Osten auseinandersetzen und verloren häufig gegen beide.

Im Reich kam es gegen Ende der Regierungszeit Kavads I. (488-496 n. Chr.) zu heftigen Spannungen zwischen den Armen und dem Adel sowie dem zoroastischen Klerus. Ein Mann namens Mazdak trat für die Rechte der Armen ein und forderte soziale Reformen. Es gelang jedoch dem Adel und Klerus auf den Nachfolger von Kavads I., Khosrow I. Anushirvan (531-578 n. Chr.), Einfluss zu nehmen, so dass dieser Mazdak und viele seiner Gefolgsleute ermorden ließ. Khosrow I. beschloss nach diesem Gewaltakt sich den Ursachen des Aufruhrs zu stellen. Um mehr Gerechtigkeit im Land durchzusetzen leitete er eine Steuerreform ein, gab den Untertanen die Gelegenheit im Palast ihre Belange vorzutragen und regierte sehr volksnah, weshalb er den Beinamen “adel”, der Gerechte, erhielt. Außenpolitisch bemühte er sich um eine gewisse Stabilität, schloss Frieden mit Byzanz und vernichtete im Osten endgültig das Königtum der Hephthaliten.

Der letzte mächtige Großkönig der Sasaniden war Khosrow Parviz II. (591-628 n. Chr.). Er führte zahlreiche Angriffskriege gegen Byzanz, Syrien, Palästina und die Araber, und kaum ein Ort war vor seinen Plünderungen sicher. Selbst ein Vatermörder, wurde Khosrow II. 628 durch seinen Sohn Shiruyeh ermordet, welcher dann als Kavad II. den Thron bestieg.

Während sich unter der Gewaltherrschaft von Khosrows II. der neue Glaube des Islams über den gesamten Nahen Osten ausbreitete, zeichnete sich gleichzeitig der Untergang des sasanidischen Reiches ab. Permanente Bruderkriege und Machtkämpfe im Königshaus zermürbten zwischen 628 und 633 das Reich und in dieser kurzen Zeit regierten vierzehn Herrscher, was die Eroberung des Landes durch muslimische Araber wesentlich einfacher machte.

Während der Herrschaft der Sasaniden erlebte Persien und die altorientalische Gesellschaft zum letzten Mal eine kunst- und kulturgeschichtliche Blüte, die auch Byzanz, Rom, China und die Araber beeinflusste. Zwar kann man die Parther als Vorläufer der Sasaniden ansehen, doch schufen die Sasaniden im künstlerischen und kunsthandwerklichen Bereich Werke, die eher mit dem Schaffen der Achämeniden zu vergleichen sind, was wohl auch daran lag, dass sich die Sasaniden als politische und künstlerische Nachkommen ihrer persischen Ahnen verstanden. Bis heute blieben größere Stadtanlagen, Paläste und Tempel, Gräber und Felsreliefs und verschiedenste Erzeugnisse der Kleinkunst und des Kunsthandwerks erhalten. Aus ihrer Sprache, Pahlavi, entwickelte sich auch langsam das moderne Farsi.

Die Araber und der Islam (637 – 1050 n. Chr.)

Die Stämme der Arabischen Halbinsel hatten während der Zeit der Sasaniden immer wieder versucht in sasanidisches Gebiet vorzudringen. Mohammad und der neue Glaube hatte die verfeindeten arabischen Stämme geeint und ihnen ein gemeinsames Ziel gegeben, das nicht vordergründig nach weltlichem Reichtum strebt, sondern die heilbringende Religion des Islam verbreiten wollte. Die Araber gingen zum Angriff über, sie eroberten und zerstörten die ehemalige Hauptstadt der vorangegangenen persischen Dynastien und gewannen 642 die entscheidenden Schlachten bei Nehavand und Qadesiyeh. Nach dem Tod des letzten Sasandinenkönigs Yazdgerd III.(632-652 n. Chr.) übernahmen 650 die Araber endgültig die Macht im Iran und die Epoche der persisch-orientalischen Antike ging unwiederbringlich zu Ende.

Mit dem Beginn der islamischen Ära änderte sich nicht nur die Religion, sondern auch die Lebensweise und Kultur, die gesellschaftlichen Strukturen und sogar die Zeitrechnung. Der Großteil der Bevölkerung, welche von dem streng hierarchisch gegliederten Gesellschaftssystem des sasanidischen Adels unterdrückt worden war, nahm den neuen Glauben, der die Gleichwertigkeit aller Menschen propagierte, mit offenen Armen an. Zunächst gelang aber keine politische Umsetzung dieses Prinzips und die Dynastie der Umayyaden regierte von Damaskus aus über die gesamte islamische Welt mit harter Faust. Unzufriedenheit führte im Iran zu Revolten und Aufständen und es gelang die nicht mit Mohammad verwandte umayyadische Dynastie zu stürzen und die vom Propheten abstammende Familie der Abbasiden 750 an die Macht zu bringen. Obwohl die arabische Sprache und Schrift zur Norm im täglichen Gebrauch wurden, spielte die persische Kultur in dieser Zeit eine große Rolle.

Im 9. Jahrhundert fielen, wie zuvor die Umayyaden, auch die Herrscher der Abbasiden von den islamischen Grundsätzen ab und entfremdeten sich von der Bevölkerung. Dies und auch enorme Abgabenforderungen waren die Grundlage für erneute Aufstände. In Folge dessen errangen die Perser politische Unabhängigkeit von den Abbasiden, und es entstanden neue lokale Dynastien. Während die der Taheriden (820-872), der Saffariden (868-903) und der Samaniden (874-1042) der sunnitischen Richtung des Islams angehörten und zählten der Ziyariden (928-1042) und Buyiden (942-1055) zu den Schiiten, alle kämpften jedoch für den Erhalt der persischen Sprache und Kultur.

Der türkisch-mongolische Vorherrschaft (1050 – 1500 n. Chr.)

Doch auch diese lokalen Dynastien konnten ihre Macht nicht allzu lange halten. Die Samaniden wurden zu abhängig von türkischen Soldaten, die sich schon bald von ihren Dienstherren unabhängig machten und die Dynastie Ghaznawiden (998-1045) gründeten.

Diese wurden von den Seldjuken, einem aus Zentralasien stammenden Turkvolk, welche um die Jahrtausendwende den islamischen Glauben angenommen hatten, verdrängt, als diese um 1040 anfingen den Iran, Mesopotamien, Syrien und Palästina, und Mitte des 11. Jahrhunderts auch die Türkei, zu erobern. Durch deren Einnahme Jerusalems wurde den europäischen Christen auch der entscheidende Anlass gegeben die Kreuzzüge zu beginnen.

Die Seldjuken regierten von Ray, Hamadan und Isfahan aus, letzteres eroberten sie 1051 und machten es zu ihrer Hauptstadt. Die im Iran vorgefundene Zivilisation beeindruckte sie so sehr, dass sie in allen Bereichen deren Kultur annahmen und es kam zu einer neuen Blüte der persischen Kunst, Literatur und Wissenschaft. Als herausragende Geister sind der Poet und Mathematiker Omar Khayyam und auch der Großwesir Malik Shah zu erwähnen. Da die Seldjuken im Gegensatz zur Mehrheit der Bevölkerung zu den Sunniten gehörten, wurden Religionsschulen errichtet, um die sunnitische Glaubensrichtung weiter zu propagieren.

Für Hasan-e Sabbah waren die Sunniten Ungläubige und er gründete 1090 die radikale Sekte der Assassinen, sagte der Seldjukenherrschaft den Krieg an und gründete eine lokale Dynastie, die mehr als 160 Jahre Bestand haben sollte. Die Assassinen ermordeten Tausende von Menschen und es gelang den Seldjuken bis zum Ende ihrer Herrschaft nicht, dieser Bedrohung Herr zu werden. Erst der Mongolenfürst Hulagu eroberte und zerstörte deren Festung 1250 und konnte die Gemeinschaft der Assassinen endgültig zerschlagen.

Anfang des 13.Jahrhunderts wurde das Land ein weiters Mal von innerasiatisch-türkischen Eindringlingen heimgesucht und überrannt, als nach 1200 der Mongolensturm unter dem mächtigen Fürsten Chingis Khan begann, und dieser Zentralasien an sich riss und in den Nordiran einfiel. Um 1250 eroberte sein Nachfolger Hulagu ganz Persien, stürzte damit die abbasidische Dynastie und aus Persien und Mesopotamien entstand das mongolische Ilkhanidenreich (1259-1335), welches später von Peking bis Istanbul reichte.

Für Persien hatte der blutige Sturm der Mongolen katastrophale Folgen, denn die wilden Reiterhorden ermordeten Tausende von Menschen, plünderten die Städte und brannten alles nieder, was für die ohne Wert war, so dass viel von der dokumentierten Geschichte Persien verloren ging. Die vormals nomadischen Mongolen siedelten sich in dem zerstörten Land an, nahmen die islamischen Glauben an und begannen die Städte wiederaufzubauen. Unter dem Herrscher Mahmud Ghazan Khan wurden die Verhältnisse im Land wieder geordnet, es entstand ein zentrales Verwaltungssystem und die Einheit des Landes wurde wieder hergestellt. Dies war die Grundlage um Handel zu betreiben und die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Das führte zu einer wirtschaftlichen Blüte des Landes und war gefolgt von einer regen Bautätigkeit, insbesondere im sakralen Bereich, und der Förderung persischer Literatur und Künste. Es fiel auch in diese Zeit, dass Farsi langsam arabisch als Umgangssprache ersetzte. Das Ilkhanidenreich fand 1335 ein Ende, als der Sultan Abu Saids ermordet wurde, es zu Erbstreitigkeiten kam und das Land in kleinere Fürstentümer zersplitterte.

Das alles begünstigte 1381 die dritte aus dem Norden kommende mongolisch-türkische Invasion der Timuriden, die von Timur Leng (Tamerlan) angeführt wurde. Für das Land war dieser Einfall ähnlich folgenschwer wie einst der Mongolensturm und es kam wieder zu grausamen Massenhinrichtungen und Zerstörungen der Städte. Nachdem er die Gebiete von Mesopotamien und Kleinasien nicht lange halten konnte, zog er sich nach Persien und Kleinasien zurück, gründete die Dynastie der Timuriden und residierte in seiner Hauptstadt Samarqand, welche er sich aufs prunkvollste ausstatten ließ. Doch auch im Iran entstanden großartige Bauten und die typischen blauen Kachelverzierungen und die Fliesenmosaike an timuridischen Bauten lassen noch heute das hohe künstlerische Können dieser Zeit erkennen.

Nach dem Tod Timurs 1405 begann das Reich zu zerfallen. Im Osten bestand die Dynastie zwar für einige Zeit weiter, doch im Westen machten sich einige kleinere Fürstentümer unabhängig, daneben gewannen in dieser Region auch die beiden turkmenischen Stämme Qara Qoyunlu (Schwarze Hammel) und Aq Qoyunlu (Weiße Hammel) zunehmend an Macht und beanspruchten ihr eigenes Territorium. Aber während des gesamten 15.Jahrhunderts wurde das Land von mehreren Kleinfürsten und von keiner Zentralgewalt beherrscht.

Die Safawiden und das dritte persische Reich, 1502- 1722 n. Chr.

Die Safawiden-Dynastie begann ganz langsam, als der sunnitische Derwisch Shaikh Safi al-Din Is’haq im frühen 14.Jahrhundert eine Sufi-Ordensgemeinschaft gründete, die bis Ende des 15.Jahrhunderts in der Hand seiner Familie blieb. Gegen Ende des 14.Jahrhunderts trat Sheikh Safis Enkel Khwadjeh mit allen Ordensangehörigen zum Schiitentum über. Die schiitische Bevölkerung des Landes war fast 500 Jahre lang von den, hauptsächlich der sunnitischen Glaubensrichtung angehörigen, türkisch-mongolischen Herrschern unterdrückt und verfolgt worden. In dem Orden suchten und fanden sie Schutz, es formierte sich der Widerstand gegen die sunnitischen Machthaber und die Bewegung versuchte überall im Land die Armen und Unterdrückten zu unterstützen und ihre Forderungen auch mit Waffengewalt durchzusetzen.

Ismail I. (1501-1524) übernahm dann schließlich den persischen Thron, begründete die Dynastie der Safawiden und erklärte das Schiitentum zur Staatsreligion, die es auch bis heute im Iran geblieben ist. Er eroberte in kürzester Zeit ganz Persien und unter ihm erreichte das safawidische Reich, welches von Turkmenistan bis Afghanistan und von der Grenze zu Anatolien bis zum Euphrat im Irak reichte, fast die Größe des sasanidischen Imperiums. Der Osmanen-Kalif Selim I. fühlte sich durch die aufsteigende Macht und Ausdehnung des schiitisch-safawidischen Reiches bedroht und es kam im Sommer 1514 zu einer Schlacht, die die safawidische Armee verlor und Ismail I. musste nach Osten fliehen. Er und seine Armee sollten zwar verfolgt werden, aber die türkischen Soldaten hatten keine Kraft mehr, meuterten und zwangen Selim I. sich wieder in die Türkei zurückzuziehen, womit dies der letzte große Vorstoß der sunnitischen Osmanen in den schiitischen Osten war.

Nachdem Ismail I. 1524 starb, erlahmte unter seinen Nachfolgern die Macht des Landes, es wurde permanent von den Osmanen und den Usbeken bedrängt und als 1534 der Osmanen-Kalif Sulaiman I. den gesamten Irak eroberte, sperrte er damit den weg der schiitischen Gläubigen zu ihren höchsten Heiligtümern.

Erst mit dem jungen Abbas I. (1588-1629) kam 1587 wieder ein starker Herrscher an die Macht, der das Land zu seiner absoluten Blüte führte. Er besiegte im außenpolitischen Bereich alle Widersacher, sicherte endgültig die Grenzen nach Zentralasien, ordnete die Verhältnisse im Süden des Landes und befreite im Irak die heiligen Stätten Nadjaf und Kerbela 1616 von den sunnitischen Osmanen.

Das günstig gelegene Isfahan machte er zu seiner Residenz und ließ die Stadt ausbauen und prunkvoll gestalten. Mit Moscheen, Medressen, Karawansaraien, Palästen inmitten von ausgedehnten Parkanlagen, öffentlichen Plätzen und einem ausgedehntem Straßensystem schuf er eine Stadt, die bis heute der Inbegriff des märchenhaften Orients geblieben ist. Als gläubiger Schiit ließ er die wichtigsten Heiligtümer in Mesopotamien ausbauen und glanzvoll gestalten, und im Iran selbst die heiligen Grabmäler in Mashad, Qom und Ray herrichten, um damit einen Ersatz zu schaffen und eine religiöse Unabhängigkeit von den Arabern und Türken zu gewährleisten, falls für die schiitischen Pilger die Heiligtümer im Irak nicht erreichbar sein sollten. Des Weiteren förderte er im ganzen Reich neue Projekte und ließ Infrastruktur ausbauen, und mit weiteren innenpolitischen Reformen gedieh der Handel und der Staat wurde reich. Auch Kultur und Wissenschaft wurden von Shah Abbas unterstützt, und Architektur und Baudekor, Kunsthandwerk, Miniaturmalerei, die Kunst der Kalligraphie und Dichtung erreichten, ebenso wie die Geistes- und Naturwissenschaften, einen absoluten Höhepunkt. Er bescherte dem Land eine nationale Identität, Einheit und Unabhängigkeit, was ihm als ersten islamischen Herrscher Persiens den Beinamen “der Große” einbrachte. Nach seinem Tod bestieg keine große Persönlichkeit mehr den safawidischen Thron, am Hof breitete sich die Dekadenz aus und es setzte in vielerlei Hinsicht der Verfall ein.

1722 fielen Afghanen vom Osten her in das Land ein, belagerten unter ihrem Führer Mahmud die Stadt Isfahan, schlachteten die Bevölkerung zu Tausenden ab und zerstörten die glanzvolle Stadt.

Tahmasp II. gelang es mit Hilfe des Generals Nadir die Stadt wieder zu befreien und die Afghanen zu vertreiben. m Grenzgebiet zwischen Persien und Irak wurde er hingegen von den Osmanen besiegt, woraufhin ihn General Nadir entmachtete und 1732 dessen Sohn Abbas III. als Shah einsetzte, um sich in Ruhe auf eine komplette Machtübernahme vorzubereiten. Die Herrschaft der Safawiden endete, als General Nadir 1736 den Thron übernehmen konnte.

Die Afsharen- und Zand-Dynastie (1736 – 1794)

Während des gesamten 18.Jahrhunderts war es mit der Einheit und Kontinuität des Staates vorbei, da Stammesfürsten und militärische Befehlshaber die Macht übernahmen und in verschiedenen Regionen zeitweilig parallel regierten.

General Nadir verließ das von den Afghanen verwüstete Isfahan, wählte Mashhad als Amtssitz, ließ sich dort 1736 als Nadir Shah krönen und begründete damit die Afsharen-Dynastie. Nadir Shah war ein despotischer Herrscher, der, in seinen 11 Jahren Amtszeit, das Land mit harter Hand regierte und versuchte die Probleme mit den kriegerischen Nachbarn zu bewältigen. Seine ständigen Feldzüge erschöpften das Land schnell und so war man sowohl innerhalb als auch außerhalb Persiens froh, als er entmachtet und ermordet wurde.

In Süd- und Zentraliran kam 1750 Karim Khan, ein Fürst aus dem lurischen Stamm der Zand, an die Macht. Er ließ sich jedoch nie zum Shah krönen und führte nur den Titel wakil al-raaya, Anwalt des Volkes. Als Hauptstadt wählte er Shiraz und begründete dort die Zand-Dynastie. Karim Khan war im Gegensatz zu Nadir Shah ein gemäßigter und eher zurückhaltender Herrscher, zeigte nicht so viel Interesse an kriegerischen Handlungen und widmete sich in begrenztem Masse auch der Kultur.

Die Qadjaren-Dynastie und die konstitutionelle Revolution (1779 – 1925)

Agha Mohammad Khan (1779-1797), ein Stammesfürst der Turkmenen, brachte ab 1787 große Teile des Irans unter seine Kontrolle und ging aus den Wirren und Machtkämpfen des 18.Jahrhunderts siegreich hervor. Er wählte das bis dahin unbedeutende Teheran als seine Hauptstadt, ließ sich dort 1795 zum Shah krönen und wurde damit zum ersten Herrscher der Qadjaren-Dynastie. Er war ein brutaler und unbarmherziger Herrscher, der von seinen Untertanen und Verbündeten gleichermaßen gefürchtet wurde.

Nach seiner Ermordung folgte ihn sein Neffe auf den Thron, doch Fath Ali Shah (1797-1834) beschäftigte sich lieber mit seinem Harem als mit Staatsgeschäften. Dies machte es für die Russen wesentlich einfacher 1826 erstmals in persisches Territorium einzufallen, welche durch den Iran Zugang zum Persischen Golf und von da aus dann nach Indien haben wollten. Die Russen führten zwei Kriege gegen Persien, besetzten den Norden des Landes und es gelang ihnen die Übergabe von Georgien, Armenien und Azarbaijan zu erzwingen. Dies alles brachte wiederum die Briten auf den Plan, die die Russen von ihrem Seeweg nach Indien fernhalten wollten. Außerdem hatte Afghanistan bereits 1747 seine Unabhängigkeit von Persien erklärt und die Briten wollten den unabhängigen Pufferstaat zwischen ihrer Kronkolonie Indien und dem expandierendem Russland nicht verlieren, so fielen auch die Briten in Persien ein als diese versuchten Afghanistan zurückzuerobern.

Fath Ali Shah folgten Mohammad Shah (1834-1848) und Naser al-Din Shah (1848-1896) auf den Thron. Letzterer sammelte lieber Kunst und ließ Museen bauen, als sich um die Staatsgeschäfte zu kümmern und so übernahmen langsam die Russen im Norden und die Briten im Süden des Landes die Macht. Persien verlor dadurch zunehmend seine Souveränität und verkam zum Zankapfel der beiden Kolonialmächte. Zwar machte Amir Kabir als erster Ministerpräsident des Landes von sich reden, da er Reformen einleitete und gegen die kolonialen Machtbestrebungen des Europäer kämpfte, aber wegen seines politischen Engagements ließ ihn Naser al-Din Shah ermorden. Er sagte 1872 den Briten sogar das recht zu, Fabriken in Persien zu bauen, dort auf eigene Rechnung zu produzieren und die Bodenschätze des Landes auszubeuten. Dieser Ausverkauf des Landes an die Kolonialmächte brachte die patriotisch gesinnte Bildungsschicht und die Geistlichkeit als Opposition auf den Plan. Zum ersten Mal in der neueren Geschichte nahm die schiitische Geistlichkeit politischen Einfluss, verlangte nationale Unabhängigkeit und Selbstbestimmung des persischen Volkes. Die oppositionellen Kräfte und der Widerstand des Volkes führten schließlich dazu, dass der Shah den Vertrag mit den Briten annullieren musste.

Nichts desto trotz verlagerte der Shah sein Hauptinteresse auf die Kultur des Westens, bereiste Europa und versuchte seinem Land die Errungenschaften der fremden Kultur, ohne auf die eigenen Wurzeln zu achten, aufzuzwingen. Der bereits im 18.Jahrhundert eingeleitete Verfall der persischen Kunst und Kultur wurde dadurch noch verstärkt und es entstand eine halbherzige Mischkultur, die weder ganz orientalisch noch ganz europäisch war. Die immer kompromissloser werdende Verwestlichung des Landes, besonders auch durch die darauf folgende Pahlavi-Dynastie, führte zur Auslöschung der kulturellen und religiösen Identität Persiens.

Aber auch Naser al-Din Shah wurde von der Opposition ermordet und sein Sohn Mozaffar al-Din (1896-1907) bestieg den Thron. Er arbeitete, wie sein Vater, hauptsächlich für die Interessen der britischen Kolonialmacht und gab ihnen sogar die Rechte für die Nutzung persischen Öles, weshalb der Großteil der Gewinne des Ölgeschäfts in britische Kassen floss. Als dann auch noch die Briten den Süden und die Russen den Norden zum Militärstützpunkt machten, kam es 1905 zum offenen Widerstand des Volkes. Der Shah musste einer politischen Umstrukturierung des Landes zustimmen und 1906 bekam Persien eine Verfassung, ein Parlament mit einem gewählten Ministerpräsidenten und die absolutistische Monarchie wurde in eine konstitutionelle umgewandelt, um sicher zu gehen, dass alle Gesetze im Einklang mit den schiitischen Normen und Geboten standen.

Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Muhammad Ali Shah die Macht. Mit Hilfe der Russen, die den ihnen so hilfreichen Shah geschwächt sahen, ließ er 1908 das Parlament wieder auflösen, worauf es überall im Land zu Demonstrationen kam. Obwohl der Shah zu massiven Maßnahmen griff, gelang es der Opposition Teheran zu erobern und das Parlament wieder einzusetzen, woraufhin der Shah ins Exil fliehen musste.

Sein Sohn, der zwölfjährige Ahmad Shah (1909-1924) bestieg als letzter Qadjaren-Monarch den persischen Thron. Doch weder der junge, unerfahrene Shah noch das im Regieren ebenso unerfahrene Parlament waren in der Lage, über die fatalen Zustände, des von Unruhen aufgeriebenen Landes, Herr zu werden. Während des Ersten Weltkriegs wurden von den Russen und den Briten weitere Teile Persiens besetzt. Nach der Oktoberrevolution zogen die Russen ihre Truppen zurück und Persien wurde von Großbritannien als Kolonialmacht beherrscht, welche auch versuchten das Land zur britischen Kronkolonie zu machen. Dieser Versuch scheiterte an den massiven Protesten des Volkes und so mussten die Briten die militärische Besetzung aufheben, während sie aber weiterhin die Rohstoffe des Landes nutzen und politische Einflussnahme übten. Auf diese Weise kam wohl auch der junge Offizier Reza Khan als Gegenspieler zu dem geschwächten Qadjaren-Shah ins Spiel.

Die Pahlavi-Dynastie und die islamische Revolution (1924 – 1979)

Reza Khan, der aus einer einfachen Bauernfamilie stammte, trat sehr früh in die Armee ein und begann von dort aus seine steile Karriere. 1921 wurde er zum Kriegsminister ernannt und 1923 ließ er sich zum Ministerpräsidenten wählen. Während Ahmad Shah 1925 kurzzeitig im Ausland weilte, nutzte er die Chance um zu putschen und den letzten Qadjarenherrscher vom Thron zu stürzen. Als Reza Shah ließ er sich 1926 krönen und gab sich den Zunamen Pahlavi, “der Heroische”.

Um den Einfluss der Religion und damit die Vormachtstellung der Geistlichen in der Gesellschaft zu zerschlagen, und nach dem Vorbild des von ihm wegen seiner politischen Reformen bewunderten türkischen Staatspräsidenten Atatürk, setzte er direkt nach seiner Krönung eine Säkularisierung des Staates und eine sofortige, radikale Anpassung an westliche Normen per Gesetz durch. Das tragen traditioneller, “islamischer” Kleidung war unter harten Strafen verboten. Dieser unvermittelte Bruch mit allen Traditionen führte im ganzen Land zu starken Protesten und endete mit einem Blutbad und Massenerschießungen im heiligen Bezirk von Mashhad.

Um die wirtschaftlichen Bedingungen des armen Landes zu verbessern, ließ er, mit Hilfe deutscher Fachleute, das Straßennetz ausbauen, die zwei wichtigsten Eisenbahnverbindungen von Nord nach Süd und Ost nach West bauen und den Teheraner Flughafen errichten. Ebenso wurde das Post- und Bankwesen organisiert und die Universitäten nach europäischem Muster eingerichtet.

Während des Zweiten Weltkrieges blieb der Iran zwar offiziell neutral, doch Reza Shah zeigte deutlich seine Sympathien für das Dritte Reich. Die Briten, in deren Hand immer noch die Ölförderung lag, und die Russen nahmen dies zum Anlass, um 1941 den Iran erneut zu besetzen und Reza Shah dazu zu zwingen, zugunsten seines 22 jährigen Sohnes Mohammad Reza, abzudanken und nach Südafrika ins Exil zu gehen.

Zu Beginn seiner Herrschaft zeigte der junge, in Europa erzogene und mit den Eigenheiten seines Landes wenig vertraute Herrscher weniger Durchsetzungskraft und Härte als sein Vater, so dass es zu einer unbeabsichtigten, kurzfristigen Liberalisierung der politischen Parteien kam.

1951 wurde Dr. Mohammad Mosadegh Ministerpräsident, der erfolgreich gegen die britische Ausbeutung der Ölressourcen kämpfte und erreichte, dass die Ölförderung in iranische Hände gelegt und verstaatlicht wurde. Daraufhin boykottierte British Petroleum Öl aus dem Iran, was zu einem Konflikt zwischen Mosadegh und dem Shah führte. Dadurch fühlte sich der Shah 1953 veranlasst kurzfristig aus dem Iran zu fliehen. Unter der Führung des CIA wurde jedoch der rechtmäßig gewählte Premierminister Mosadegh gestürzt und der Shah konnte in sein Land zurückkehren. Als Folge dessen wurde die Ölförderung wieder entstaatlicht, während das britische Monopol zwar gebrochen war, wuchs die U.S. Beteiligung um 40% an.

Außenpolitisch stützte sich der Shah immer mehr auf den Westen und entfernte sich dadurch noch mehr von seinem Land, in welchem er nun auch keine Opposition mehr duldete. Innenpolitisch versuchte er ein Programm sozialer und ökonomischer Reformen durchzusetzen und es wurden auch bei der Reduzierung des Analphabetentums und der Emanzipation der Frauen Fortschritte gemacht, doch am Ende ging dies für eine konservative, hauptsächlich ländliche, muslimische Bevölkerung viel zu schnell.

Seit 1962 kristallisierte sich Ayatollah Khomeyni immer mehr als Kopf der Opposition heraus, doch nach einer in Qom gehaltenen Rede, in der er das Volk zum offenen Widerstand aufrief, wurde er ins Exil verbannt.

Shah Mohammad Reza veranstaltete 1971 für die oberen Zehntausend des Landes eine gigantische Feier, um das 2500jährige Bestehen der iranischen Monarchie zu manifestieren und demonstrieren, während der Großteil der Bevölkerung in Armut und unter vielen Entbehrungen leben musste. Dies und auch noch die Abschaffung des islamischen Sonnenkalenders im Jahre 1976 führte zum endgültigen Bruch zwischen ihm und der gläubigen muslimischen Bevölkerung.

In den Zeiten des Ölbooms wurde vom Shah ein Vermögen in ungeeignete Projekte investiert und einige Wenige wurden immer reicher, während sich die Lage für die Bevölkerung zusehends verschlechterte. Als dieser Zustand im Zuge der Ölkrise noch schlimmer wurde, wuchs der Widerstand in der Bevölkerung immer mehr an, besonders da die Pahlavis weiterhin in Saus und Braus lebten. Gegen diese Proteste ging der Shah als absoluter Herrscher, der weiterhin vom Westen Rückendeckung hatte, mit aller Härte und auch mit seinem berühmt-berüchtigten Geheimdienst, der SAVAK, vor. Als die Versuche sein Regime zu retten immer verzweifelter und brutaler wurden, geriet auch die U.S. Unterstützung ins Wanken. Nachdem es bei Demonstrationen Ende 1978 zu einem Blutbad kam, wurde die Empörung und der Zorn des Volkes so übermächtig, dass der Shah am 16. Januar 1979 sein Land verlassen und ins Exil gehen musste, womit auch das Ende der Pahlavi-Dynastie besiegelt war.

Die Folgen der Revolution und die erste islamische Republik (1979 – 1980)

Der führende schiitische Geistliche und als Kopf aller oppositioneller Gruppen bekannte Ayatollah Khomeyni kehrte am 1. Februar 1979 aus seinem Pariser Exil zurück und wurde von der iranischen Bevölkerung jubelnd und mit offenen Armen empfangen.

Viele der aus unterschiedlichsten Gruppen bestehenden Opposition dachten, dass sich Khomeyni aus dem politischen Leben weitestgehend zurückziehen würde, wenn der Shah erst mal gestürzt sei. Doch sie irrten sich ebenso wie der Westen, der Khomeynis Nationalismus und islamischen Fundamentalismus, seinen Rückhalt im Land und die Unterstützung durch Großteile der Bevölkerung, die in seinen Ideen ihren Glauben und ihre Träume widergespiegelt sahen, völlig unterschätzt hatte.

Nachdem man gegen den Shah noch gemeinsam gekämpft hatte, wurden nun unerwünschte Anhänger anderer oppositioneller Gruppen ebenso brutal aus dem Weg geräumt, um das Ziel eines Gottesstaates im Sinne des Korans, das heißt eine totale Verknüpfung zwischen Religion und Staat, zu erreichen. Am 1. April 1979 wurde die Islamische Republik Iran, mit ihrem Führer Ayatollah Khomeyni, ausgerufen. Schon bald hatte der Iran den Rest der Welt gegen sich, da man ihm vorwarf für andere islamische Revolutionen zu werben.

Der Iran-Irak Krieg (1980 – 1988)

Während im Iran noch ein innenpolitisches Chaos vorherrschte, griff 1980 der Irak, unter Saddam Hussein, das Land an und versuchte sich die ölreiche Provinz Khuzistan einzuverleiben. Obwohl der Irak zwar kleiner war, war er besser ausgerüstet und hatte, da er als geringeres der beiden Übel angesehen wurde, eine gewisse Unterstützung durch die westlichen Mächte und die UdSSR. Der Iran hingegen konnte auf eine größere Bevölkerung und einen von den Mullahs geschürten Fanatismus zurückgreifen. So zog sich der Krieg 8 Jahre hin, kostete auf beiden Seiten Millionen von Menschen das Leben und wurde auch erst 1990 offiziell beendet, ohne dass eine der beiden Seiten ihre Ziele erreicht hätte.

Der Iran heute

Nachdem Ayatollah Khomeyni im Juni 1989 starb, wurde Ajatollah Seyyed Ali Khamenei sein Nachfolger und Hodjatol-Islam Ali Akbar Hashemi Rafsandjani wurde zum Staatspräsident gewählt. Dieser tat viel für den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg , einen wirtschaftlichen Aufschwung und auch soziale Reformen, z.B.: Aufbau eines Rentensystems, eine straffere Familienplanung und der Kampf gegen das Analphabetentum, wurden voran getrieben.

1997 wurde der als moderat und reformwillig gehaltene Seyyed Mohammad Khatami zum Staatspräsidenten gewählt, der die vorsichtigen Öffnungsansätze seines Vorgängers daraufhin erweiterte. Leider sind ihm, durch den weiterhin harten Kurs diverser politischer Gruppen, bei vielen möglichen Ansätzen oft die Hände gebunden und es war ihm unmöglich einen Reformkurs schneller voranzutreiben. So wurden Intellektuelle, die mit der Reformbewegung in Verbindung gebracht wurden, verhaftet oder ermordet und es kam immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Am 17. Juni 2005 trat dann Mahmud Ahmadi-Nedschad bei den neunten iranischen Präsidentschaftswahlen gegen sechs weitere Bewerber an, die der Wächterrat aus den über tausend registrierten Bewerbern zugelassen hatte. Dabei konnte jedoch keiner der Kandidaten die Marke von 50 Prozent erreichen, daher musste am 24. Juni eine Stichwahl über den nächsten iranischen Präsidenten entscheiden. Er erhielt im ersten Wahlgang 19,1 Prozent der Wählerstimmen und kam damit auf Platz zwei hinter Rafsandschani. Aus der Stichwahl am 24. Juni ging Ahmadi-Nedschad, für die westlichen Medien überraschend, als Sieger hervor (ca. 62 Prozent der Stimmen). Es wurden Vorwürfe von Wahlmanipulationen erhoben, die jedoch niemals geklärt werden konnten. Die CIA behauptet im “World Fact Book” 2005, es seien zwei Prozent der Wahlzettel verschwunden (“spoiled”, verschütt’ gegangen). Diverse Medienberichte suggerierten, dabei habe es sich mitnichten um Zufälle oder um Versehen gehandelt.

Am 3. August 2005 wurde Mahmud Ahmadi-Nedschad offiziell in sein Amt eingeführt.