Chello Kabab Kubideh und Jujeh Kabab

Das hier ist das berühmt berüchtigte “Chello Kabab”. Ein Gericht, das jeden Iraner trösten und beruhigen kann, egal, in welchem Chaos er sich gerade befindet. Gegrillter Rind-Lamm-Mix und Hähnchenbrustfilet am Spieß, in einer wunderbaren Zitronen-Safran-Joghurt-Zwiebel-Marinade gebadet, die eine ganze Nacht lang einziehen muss [nur das Geflügel, das Hackfleisch wird mit diversen Gewürzen vermischt wie frischen Zwiebeln, Curcuma und edelsüßer Paprika]. Dazu gedämpfter Basmati-Safran-Butterreis mit Somagh-Gewürz. Als Beilage gibt es Gurken-Pfefferminz-Joghurt, gegrillte Tomaten und frische Kräuter mit Radieschen. Das isst man einfachso als Beilage, wie Salat – aber bitte mit der Hand. Oft sind auch rohe Zwiebel dabei und Schafskäse mit dünnem, persischen Brot. Wir haben am Samstag auf dem Balkon gegrillt, nachdem wir unsere Nachbarn gefragt haben, ob das in Ordnung geht. Denn mit dem Elektrogrill wird das nichts, auch nicht mit dem Gasgrill. Es muss Holzkohle sein, sonst schmeckt’s nicht ursprünglich. [Liebe Veggies, es tut mir Leid, ich musste das jetzt posten].

Revolution

Dieses Bild war am Anfang ein harmonisches Bild. Eine kühle Mondnacht mit einem silbernen Mond und Nebel. So, wie man sich eine Nacht in Avalon vorstellt. Doch nach ein paar schlechten Nachrichen über Iran und die Welt entstand plötzlich dieses Bild hier. Jetzt, da es nach zwei Tagen fertig ist, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: So habe ich als Kind die Revolution in meiner Heimat oft vor meinem geistigen Auge gesehen. Es war so grotesk, man erzählte sich, die Menschen haben Khomeinis Gesicht im Mond gesehen, die Massendynamik und die religiöse Trance war nicht mehr aufzuhalten. Das Blut im Mond ist das “Blut der Märtyrer”, die im Krieg gefallen sind. Kinder und Jugendliche, die durch Mienen gelaufen sind, um “anzutesten”, ob die anderen Soldaten freie Bahn haben. “Das ist dein Geschenk, mein Junge, dass du als Märtyrer sterben darfst, direkt auf dem Weg ins Paradies. Sei dem Führer dankbar dafür.” Ich erinnere mich an die Interviews von kleinen Jungs, die wie weggetreten Waffen in ihren Händen hielten und wie auswendig gelernt erzählten, für welches hohe Ideal sie das alles taten, und dass sie ihr Leben mit Ehre opfern wollen. Die Menschen in dem Bild, das sind Zombies. Und so waren wir damals, wir waren irgendwann nur noch Zombies. [Es tut mir Leid, dass dieses Bild so bedrückend ist, ich hatte es gestern schon einmal drin und habe es wieder rausgeholt, weil ich mich schämte und weil ich diese Verstörung darin so unzumutbar fand. Aber ich möchte versuchen, es heute stehen zu lassen.]

[Liberté] Grass: Medien laufen Amok

Grass hat ein Gedicht gegen den Krieg geschrieben, gegen Israels drohenden Erstschlag, gegen den Maulhelden Ahmadinejad, gegen seinen Populismus und gegen das deutsche Schweigen – gegen das immerwährende, deutsche Schweigen. Stellen Sie sich nur eine Sekunde lang vor, dieses Gedicht sei nicht an Israel adressiert gewesen, sondern an die Islamische Republik Iran. Wie hätten die Medien reagiert? Wie viele kritische Artikel wären gegen dieses Gedicht entstanden, wie viele Sendungen aufgezeichnet, wo doch Israel den Drohgebärden nach eine Bedrohung für das Land Iran darstellte? Wenn Sie ehrlich sind: Gar keine, denn die IRI wird schon seit zehn Jahren zur Achse des Bösen gezählt und zur globaler Gefahr heraufstilisiert, obwohl sie die größte Gefahr einzig und allein für das eigene Volk darstellt. Und noch immer warten wir auf die große „Bombe“ die platzen wird.

Doch stellen Sie sich vor, dieses Mahngedicht gegen die Islamische Republik Iran wäre doch von vergleichbarem Interesse gewesen. Die Reaktion, die daraufhin von den Medien erfolgt wäre, wäre ein simultaner Applaus aus allen Ecken. Herr Grass hätte vermutlich einen weiteren Nobelpreis bekommen, der Stil und die Eleganz seiner Sprache wären hochgelobt worden {auch, wenn sie einfacher nicht hätte sein können}, man hätte ihm stolz auf die Schulter geklopft und ihm mitgeteilt, dass man gar nicht gedacht hätte, dass der Gute in seinen späten Jahren noch so einen messerscharfen politischen Durchblick habe. Ist dieses Szenario für Sie vorstellbar? Sicherlich. {Weiterlesen auf Liberté}

[Israel & Iran] Warum ein Krieg uns alle betrifft

Seit nun mehr als einer Woche ist die Initiative “Israel loves Iran” und der darauf folgenden Antwort der jungen Iraner “Iran loves Israel” am blühen und trägt schon erste Früchte. Abgesehen davon, dass Israelis und Iraner sich über Emails, Kommentare und Facebook-Freundschaften gerade kennenlernen, ihre Kulturen miteinander vergleichen und eine gemeinsame Geschichte finden, anstatt die ewig propagierten Unterschiede, sind sie sich vor allem in dem Wunsch einig, dass sie – als Völker dieser beiden Länder – keinen Grund sehen, einander zu hassen und zu bekriegen.

Noch immer gibt es zynische Kritiker, die mit den Herzen, Solidaritätsbekundungen und Facebook nichts anfangen können, diese wunderbare Initiative all zu gern belächeln und meinen, sie sei absolut sinnlos, wenn sie einen Krieg nicht verhindern könne. Wer die Wichtigkeit der Völkerverständigung nicht anerkennt, hat nicht verstanden, warum Politiker, bevor sie einen Krieg führen, Monate bis Jahre vorher eine große Medienkampagne starten, um das andere Volk als feindlich gesonnen und vor allem die Regierungen als unhaltbar gefährlich für die eigene Sicherheit hinstellen. Um einen Krieg zu führen, bemühen sich Regierungen noch immer um den Rückhalt des Volkes, um neben einem militärischen Konflikt nicht auch noch einen Internen in Schach halten zu müssen. Das lässt sich durch die neuere Geschichte hinweg beobachten. Nichts desto Trotz sollte diese Initiative nicht erst dann als sinnvoll erachtet werden, wenn sie es durch ihre aus ehrlichen und kritischen Fragen entstandene Bekundung erreicht, dass die israelische Regierung keinen militärischen Angriff startet. Natürlich gibt es Grund für Zweifel daran, dass diese Aktion tatsächlich eine kurzfristiges Zurückrudern der israelischen Regierung bewirkt, aber längerfristig ist so eine Annäherung nur positiv zu bewerten. Wenn solch eine Saat des Friedens und des Miteinanders gelegt wird, bleibt sie selten ohne positive Konsequenzen. Schon jetzt sind genau diese zu sehen. Weiterlesen

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