Rastlos

Warum immer ich es bin
die keine Rast findet
Warum meine Träume zu
jedermanns Ängsten werden
und nicht wie einst
Märchen malen

Ein gedankenloses Gähnen
verwandelt sich
in einen rissigen Rachen
Ich möchte doch nur
„Gute Nacht“ murmeln
Die Lider schließen
„Danke“ seufzen
und Ruhe finden

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An der Tür

Deine Wegweiser
suchen Zuflucht
in einen einzigen Moment
ohne Fragen
Lass kurz ab
Sei still

Du erschaffst Teufelskreise
in Gedankenfarben
Die Farben leiten andere
doch du selbst bist
farbenblind

Die Tage zählen
deine Stunden
Wenn ein Kind dann lacht
und du es hörst
war niemals alles
einfach nur Nichts

Sobald du willst
vergib dir selbst
Jemand wartet
an der Tür gelehnt
er lächelt
bis du dich endlich
liebst

Nicht …

Da redest du. So, wie du nun einmal bist – so ganz und gar am Puls der Gegenwart vorbei. Da sind Worte, die sprichst du kraftvoll und doch nur mit kalter Zuversicht. Neben dir ein Drama. Hinter dir eine ungewollte Zukunft. Vor dir die Verzweiflung. Doch all das interessiert dich nicht. Deine Hände gestikulieren, während deine Augen hilflos in deinem Schoß liegen. Wohin du auch gehst, hinterlässt du Fragen. Doch Antworten? Die gibt es nicht. Was auch immer du tust, deine Heimat suchst du am falschen Ort. Doch die Heimat, die zu dir kam und um Obdach bat, die willst du nicht. Wir schnüffeln an der Vergangenheit wie Seemänner an ihrem letzten Atemzug in einem sinkenden Schiff. Doch unser Erstickungskampf währt ewig. Die Sirenen schweigen schwer, denn dich zu verführen, dass gelingt ihnen nicht. Lass uns schlafen, Geliebter. Müde bist du. Ein wenig vergessen und das Leben liegen lassen. Für alles andere gibt es dieses unvollendete Gedicht.

Der alte Mann

Wir hatten nur diesen einen Tag
Er zerrieselte uns
durch offene Hände
Wer das Festhalten
nicht versteht
der kennt unseren
Überlebenskampf nicht

Manchmal – spät
in der kühlen Weinschenke
spricht ein alter Mann zu mir
Sonst hört ihn niemand
denn alle schauen tief
in ihre hundert Gläser Wein
immer nur zurück
doch nie ins Hier

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Während du in meinen Wimpern liegst

Der Wind wirft ruhige Schatten
Hier nimm, ich teil das Brot mit dir
Ich wollte in den Winter fliehen
“Er kommt bald”, sagst du
Ich nicke, und wir fallen beide
in diese unwirkliche Nacht
einfach hin

“Das sind sie – diese Momente,
weißt du nicht?” (sagst du wie dieses eine Kind)
“In denen Tag und Nacht das Selbe sind,
weil nichts mehr anders ist
nichts mehr etwas anderes will,
als das, was hier und jetzt
für immer unser ist

Weil Namen in ihren groben
Zügen leichenstumm verblassen
und nichts als alte Mythen bleiben
(kannst du sein, wer immer du willst

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