Erster Geburtstageskuchen

Wie konnte ich euch diesen kitischigen Kuchen vorenthalten? Es ist der erste Geburtstagskuchen, den ich jemals für jemanden gebacken habe. Vermutlich wird er auch der Letzte sein. Aber der hat allen geschmeckt. Das Geburtstagskind hatte sogar Pipi in den schönen Augen. Mission erfolgreich erfüllt. Ne? Ehrlichgesagt reizen mich jetzt natürlich Motivtorten, obwohl ich nur 1-2 Kuchen backen kann. Schlimm die Sache mit dem “Muss ich mal experimentieren, unbedingt, auch wenn ich 0 Talent für so’n Geduldskram habe!” …

Zitat von Rust Cohle in “True Detective”

“I think human consciousness, is a tragic misstep in evolution. We became too self-aware, nature created an aspect of nature separate from itself, we are creatures that should not exist by natural law. We are things that labor under the illusion of having a self; an accretion of sensory, experience and feeling, programmed with total assurance that we are each somebody, when in fact everybody is nobody. Maybe the honorable thing for our species to do is deny our programming, stop reproducing, walk hand in hand into extinction, one last midnight – brothers and sisters opting out of a raw deal.”

Alles und Nichts

Wir wären wohl ganz enttäuscht, wenn wir erführen, dass die Essenz, die uns ausmacht, furchtbar primitiv ist. Dass sogar unsere Seele – wenn es sie denn gibt – ihre eigenen Wege geht und sich unseres Körpers bedient, demnach ihrerseits egoistisch ist. Der einzige Weg, diesem Gefühl eigener Triebunterlegenheit zu entfliehen ist, sie bewusst zu ritualisieren und zu zelebrieren – und das tun wir Menschen, haben wir schon immer getan. Vor jeder Schlacht malen wir uns entweder Farben auf’s Gesicht oder marschieren im Einklang mit liebgewonnener Unterwürfigkeit. Wir messen allem einen tieferen Sinn bei in der Hoffnung, uns würde vergeben. Jede Verbindung wird mit einem Eid begonnen und mit einem Eidbruch beendet; den Eidbruch schmückten wir einst mit höheren Zielen und heute offen mit kleinen, egobezogenen Befindlichkeiten. Der Kampf gegen das innere Tier wird mit psychogenen oder materiellen Drogen gebändigt und mit einer an uns unanpassbaren Moral in Ketten gelegt. Und dann sind dort die dunklen Räume in uns. Dort, wo wir uns selbst die Schlange, die Eva und der hilflose Adam sind. Dort, wo wir uns ausziehen können, die Regeln abstreifen, alle Muskeln loslassen und unsere Unschuld verlieren, weil es keine Schuld gibt. Der Ort, an dem wir Angst vor unserer eigenen Natur bekommen. Lässt man alles los, weiß man, man kann auch töten, man kann auch foltern, man kann auch sitzen und nichts tun und einfach niemand sein – und alles wäre gleich gut oder gleich schlecht. Der Relativismus führt zur Nichtigkeit von allem. Was ist gefährlicher? Alles als gleich oder das eine als wertvoller als das andere zu erachten? Die Frage bleibt unbeantwortet, wie so oft …

[Belanglose Bunte Bildchen] oder 3xB

Gibt es überhaupt etwas Besseres als Home Office? Obwohl ich ein ziemlich geselliger Mensch bin (oder vielleicht gerade deshalb), kann ich mich im Team oder im Büro nicht so gut konzentrieren wie Zuhause.


Diese wunderschöne Vintage-Kaffeetasse habe ich von meiner lieben Freundin Anna geschenkt bekommen. Seitdem trinke ich meinen Kaffee nur noch aus ihr und fotografiere sie aus allen möglichen Perspektiven. Vielleicht ist das kindisch, aber sie freut sich jedesmal über neue Tassenbildchen.

Letztens habe ich mich im Backen versucht. Meine ukrainische Freundin V. hat mir ein Grundrezept für einen sehr einfachen russischen Kuchen gegeben. Ich habe ihn natürlich abgeändert: Statt dunkler Schokolade habe ich die Weiße genommen, den Teig habe ich mit Safran und Rosenwasser verfeinert und eine Füllung mit Waldfrüchten gemacht (das Originalrezept ist ohne). Jedenfalls war ich ganz stolz darüber, dass sogar ich, die Untalentierste im Backen einen Kuchen hinbekommen habe, den ich ständig nachbacken muss, weil meine Familie nicht genug davon bekommt. Meine Familie ist übrigens jetzt fett. 

Über Til Schweiger & die Würde, die man verteidigt, weil einem das Frühstück im Halse stecken bleibt

Til Schweiger hat eine Anzeige wegen Volksverhetzung am Hals. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn. Wer seine Statements verfolgt, der weiß, dass Til Schweiger sich die letzten Wochen radikal für Flüchtlinge stark macht und dem einen oder anderen „Asylkritiker“ deftig die Meinung gepfiffen hat. Zudem beißt er sich an den Phrasen von Politikern fest, konfrontiert sie mit unbequemen Fragen und setzt sie stark unter Druck.

Das wollten wir doch alle immer, oder? Dass jemand nicht nur in seinem feinen Anzug labert, sondern etwas tut. Man kann vom Künstler Til Schweiger halten, was man möchte – von seinen Filmen, von seiner Schauspielkunst und von seinem Auftreten, das vielen Etepetetemenschen sicher gegen den Strich geht: Aber er tut etwas, das dieses Land als Gesamtbildnis durch seinen Wunsch nach Sachlichkeit, Zuverlässigkeit und vollkommener Berechenbarkeit (anders lässt sich die Wiederwahl Merkels und damals Kohls nicht erklären) schon längst verloren hat: Mit der Faust auf den Tisch zu hauen, zu pöbeln, wenn es sein muss, zu rotzen, wenn es jemand verdient hat, angerotzt zu werden und den Unterschied zwischen einem langatmigen demokratischen Entscheidungsprozess und einer echten, akuten Notlage zu verstehen. Ihm scheint man die Wut nicht aberzogen zu haben, während wir hier brav schlucken und um 8 Uhr im Büro antanzen, als sei nie etwas gewesen. Nie. Nichts, was wir nicht schon längst mit unserem beschämten Kopf nach unten gesühnt hätten. Weiterlesen

Was es noch zu sagen gibt

Es fällt mir schwer, das zu sagen: Aber ich glaube, es gibt von mir aus nicht mehr viel zu sagen. Ich hatte im Laufe all der Jahre des Bloggens immer wieder einmal Schreibblockaden oder kreative Tiefs, doch das ist es schon lange nicht mehr. Ein kreatives Tief, davon ist nicht mehr die Rede, denn wo ich mich vor zehn Jahren noch als ein Mädchen mit Schreibpotenzial und mögliche Künstlerin sah, weiß ich, das bin ich nicht (mehr) – und ich will es auch gar nicht mehr sein (um ehrlich zu sein, ich kann das Wort “Kunst” nicht mal mehr hören so sehr wurde es missbraucht). Eine Blockade habe ich heute nicht mehr nur, weil ich trotz aller Mühe keine Worte finde, sondern weil ich schlicht und ergreifend keine Lust mehr habe, mich und meine Gedankengänge zu erklären. Ich las letztens einen Artikel über Fremdenhass und verbrannte Asylantenheime; und der Autor schrieb (ungefähr), dass die Zeiten vorbei seien, in denen das Wort noch etwas ändern konnte. “Wenn ich hier nun ausführlich schriebe, warum es falsch ist, Flüchtlinge schlecht zu behandeln, wird keiner dieser Hater sagen ‘Alter. Das war so falsch, was ich tat.'” – Und genauso sehe ich das inzwischen. Die, die wirklich Einfluss hätten oder auch die Pflicht, die schweigen. Die, die nur ihr kleines Blog haben, schreiben sich die Finger wund, aber wer und wie viele lesen sie? (Ich gehöre nicht zu den Fingerwundschreiberinnen, nicht falsch verstehen.) Weiterlesen