Einfach danke

Ich freue mich so sehr, dass ihr immer wieder zu mir findet, dass ihr tatsächlich die ellenlangen Beiträge von mir lest, euch Mühe macht, eure Gedanken dazu zu schreiben oder einfach durch einen “Klick” sagt “Ich war hier, auch wenn ich schweige, aber ich war hier …” Ich bin vor ein paar Monaten von der eigenen Iranique.de Domain zu WordPress gezogen. Trotz einiger Einschränkungen, die ich hinnehmen muss im Vergleich zu der eigenen Domain, bin ich letztendlich froh mit meiner Entscheidung, denn ich spüre, dass ich viel mehr vernetzt bin und Gleichgesinnte mich weitaus schneller finden. In kürzester Zeit haben mich über 200 Menschen gefunden, die mir “folgen”, die irgendetwas hier gefunden haben, das sie anspricht. Das ist ein schönes Gefühl. Und auch ich habe durch die Vernetzung ein Me(eh)r an Gedanken und Bildern entdeckt, die mich ansprechen, die ich sonst so schnell nicht gefunden hätte. Dass ich in den letzten Wochen so selten kommentieren und Emails beantworten konnte, tut mir sehr Leid. Ich möchte, dass ihr wisst, dass ich niemanden vergessen habe, sondern dass ich es einfach nicht einsehe, euch zwischen Tür und Angel eine lapidare Email zu schreiben, wenn ihr mir mit soviel Zuwendung begegnet. Auch, dass ich auf eure Kommentare nicht so angemessen eingehen konnte, wie ich es sonst wirklich versuche, tut mir Leid. In manchen Blogartikeln sind sie sogar noch immer unbeantwortet. Aber ich habe sie alle gelesen und ich weiß sie sehr zu schätzen, bitte vergesst das nicht. Weiterlesen

“Der Schmerz ist noch heiß”

Ich sitze schon seit einer halben Stunde hier an meinem Bildschirm, höre Musik und fühle den Drang, etwas schreiben zu müssen, weiß aber nicht was. Ich empfinde eine Mischung aus Erleichterung und Bewegungsdrang und frage mich, wie ich die beiden miteinander verbinden soll. Ersteres ist Entspannung, Zweiteres Anspannung. Draußen ist es so kalt wie schon ewig nicht mehr, und ich stelle mir vor, wie ich in einen zugefrorenen See springe, in dieses eine, für mich extra geschnittene Loch hinein. Ich tue mir weh, tausend Kältenadeln bohren sich in meine Haut, ich erleide einen sensorischen Schock und mein Kreislauf spielt kurz Kollaps, bevor sich alles langsam wieder in Gang setzt und ich jede Bewegung in mir spüre, jede Sehne spannen höre und jeder Muskel gegen die eigene Erstarrung kämpft, indem jede Kontraktion wie im Überlebenskampf zuckt. Alles, was ich bei dieser hier für euch unangenehmen Beschreibung empfinde, ist ein wohliges Gefühl von Freiheit, während Ihr beim Lesen vermutlich das Bild wegzuscheuchen sucht.

Oft schon habe ich mich gefragt, warum ich die Kälte so liebe. Auf eine eindeutige Antwort bin ich nicht gekommen, doch geahnt habe ich immer, dass ich die Hitze in mir nur mit ihrer Hilfe beruhigen kann. “Heiß” bedeutet auf Persisch “Daagh” [das A lang ausgesprochen]. Wenn wir sagen wollen, dass ein Schmerz noch sehr frisch ist, dass er tief in einem sitzt, pocht und wund ist, dann sagen wir: “Der Schmerz ist noch heiß … [Dardesh daagh-e ...]” Vielleicht suche ich deshalb die Kälte. Die Wunden sollen nicht weiter atmen, sondern in einen erleichternden Dornröschenschlaf fallen … Weiterlesen