Sichtweisen

Je nachdem, welche Vorannahme [Hypothese] man hat, können die selben gesammelten Daten zu völlig verschiedenen Schlussfolgerungen führen. Das ist ein wenig ernüchternd für Menschen, die eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung suchen. Doch das sollte man gar nicht erst wollen, denn die Präzision, die wir suchen, können wir allein aufgrund unserer Wahrnehmungsgrenzen und -verzerrungen nicht leisten. Bleiben wir bescheiden, erwarten wir nur das Mögliche.

Man erlebt das auch immer wieder im Alltag. Je nachdem, was uns gerade besonders beschäftigt oder welches Menschen- und Weltbild wir indoktriniert bekommen oder uns selbst durch Erfahrung angeeignet haben, kann ein und das selbe Verhalten einer Person von zwei verschiedenen Lebensbiografien unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert werden. Ein kleines Beispiel: Wenn ich auf Persisch sagen möchte “Du Vollpfosten, das war völlig falsch, was du gemacht hast” sage ich “Ghalat kardi!” [So im Sinne von “Du Idiot, voll vermasselt! Mach’ das nie wieder, ist das klar?”] Wenn ich mich nun mit einer Afghanin unterhalte, kann es sein, dass sie zu mir sagt “Ghalat kardi” und dabei liebenswürdig lächelt. Warum lächelt sie dabei? Weil sie, trotz, dass wir rein linguistisch die “selbe” Sprache sprechen, doch eine andere spricht. Sie wollte nicht unhöflich zu mir sein, sondern wollte mir nur mitteilen: “Oh, das hast du falsch verstanden, tut mir Leid. Ich erklär’s nochmal …” In so einer Situation würde ich mit offenem Mund da stehen und ihre aggressionslose Mimik mit ihrem Satz – in meiner Kultur beleidigend – interferieren lassen und stocken. Peng! Schon ist meine Welt durcheinander. Weiterlesen

Indizien

Manchmal sage ich mir: “Lächerlich. Wieso sollte es einen Gott geben? Genauso gut könnte ich auch sagen, es gebe lila Elefanten.” Doch versuchen wir einmal etwas anderes. Reisen wir kurz ganz weit weg aus unserer Perspektive heraus und stellen uns vor, wie wir einer anderen Existenzform über uns zweibeinige Wesen erzählen. Dass sie essen und verdauen müssen, den ganzen Vorgang. Also: Sie gehen raus, jagen Tiere oder noch grotesker: Sie gehen in den Supermarkt und geben Papier für Essen aus. Und nachdem das Essen im Darm zersetzt worden ist, kommt es wieder raus. Obwohl das komisch ist, ist das tatsächlich lebensnotwendig. Wir erzählen, wie der Mensch abends schlafen geht, dabei manchmal auch sehr arg schnarcht, eine unbändige Lust nach Sex und Fortpflanzung hat, obwohl die Menschheit ja wisse, dass das Leben auch Leid bedeutet und die eigenen Kinder davon nicht verschont werden. Dann erzählen wir ihnen, dass manche von uns haarlos sind, andere wiederum prächtig behaart, und dass wir manchmal auch in der Nase rumpopeln, einfach weil’s Spaß macht. Wie absurd das eigentlich sei, sagen wir, dass Lebenswerke einfach verschwinden können, indem man stirbt. Und wie absurd es sei, dass man an der Spitze seines Erfolges angelangt, auch einfach erkranken kann oder durch einen Unfall die Welt verlassen kann. Wie würden diese Wesen über uns denken? Würden sie nicht sagen: “Nee, daran glaube ich nicht. Solche Wesen kann’s gar nicht geben, dann könnte ich ja genauso gut an den lila Elefanten glauben, der durch die Wolken fliegt!”

Ernsthafte Frage: Was macht die Vorstellung, dass es Wesen wie uns Menschen geben könnte um so vieles weniger lächerlich und realistischer als die Vorstellung, dass es einen Schöpfer für all das hier geben könnte? Ich habe bis jetzt keine Antwort gefunden; dafür aber ein kleines Indiz dafür, dass es diese Schöpfernatur irgendwie geben muss. Wie sonst ließe sich dieses zauberhafte Kindchenschemawesen erklären? Ich weiß es nicht. Schaut selbst. Ich bin jedenfalls völlig verliebt. Übrigens: Ich konnte den Glauben an drei Fabelwesen nie ablegen, und ich möchte hiermit dazu stehen, dass ich immer noch fest an die Existenz oder gewesene Existenz folgender Wesen glaube: An Meerjungfrauen, Einhörner und Drachen. Diese drei, die kann ich nicht loslassen, werde ich auch niemals tun. Okay?

So sind wir eben

Wir hatten nur einen einzigen Grundton, und der war grau. Und durch seine kaum wahrnehmbaren Nunancen verloren wir uns in der Wichtigkeit unserer Individualität. Aber eigentlich waren wir alle eben einfach nur: grau. Die Unterschiede übertrieben wir bis zum Anschlag des Möglichen, damit sie uns markierten und uns nebenbei miteinander unvereinbar machten. Als Trost konnten wir uns in unsere sonnenlosen Zimmer zurückziehen und Lieder über unsere Einsamkeit schreiben. So gingen wir auch mit Wahrheiten um. Wir trieben sie so in die Enge des Extrems, dass ein und die selbe Wahrheit von zwei verschiedenen Graumenschen zu unvereinbaren Grundsätzen auseinander wuchsen. Bis der Krieg dann kam und alle Wahrheiten vernichtete – und nur die der Gewalt übrig ließ.

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“… und so, wie ich mich an den Baum anlehnte, der so alt und weise war wie kein Menschenleben es jemals werden würde, erkannte ich, dass ich einfach das Abbauprodukt von Sternen war. Ich bin die Scheiße von Sternen, das sind wir alle, wir sind nur Abfall einer viel größeren Sache. Und dann musste ich lachen, weißt du? Lachen, weil es so lustig war, dass wir – ein Haufen Scheiße – einander Namen gaben wie Ursula, Dietrich, Liselotte und Waldemar! Und wir Kulturen und Königreiche erschufen, unserer Existenz durch den Aberglaube, wir seien das Ebenbild Gottes, einen Sinn gaben. Ist das nicht lustig? Wenn du Gott wärst, würdest du lieber aussehen wie eine Supernova oder lieber wie wir kurzarmigen, kurzbeinigen, nackten und gliedbehangenen Menschen? Was denkst du?”, fragte er seine beste Freundin schmunzelnd. “Ich denke, dass auch Scheiße wichtig ist. Sie kann die Existenzgrundlage von vielen Lebewesen sein”, antworte sie knapp. Sie hatte ihm nicht widersprochen, sich noch nicht einmal dagegen gewehrt, als Abfallprodukt ihr Leben zu bestreiten, nein. Sie sah die Funktionalität in Scheiße – und schon war alles in Ordnung. Er seufzte. Wie gerne wäre er wie sie.

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Wir fragen uns ständig nach dem Sinn dessen, was wir tun. Und Spaß und Freude als Zweck einer Sache, das lassen wir nicht so einfach gelten. Wir suchen trotzdem weiter nach der Nützlichkeit unseres Tuns und werden auch fündig. So schaffen wir es, die schönsten Dinge der Welt, zur Bürde der Verpflichtung zu machen.

Wenn alles gleich ist.

Es ist kalt draußen. Kalt wie kleine Nadeln, die sich leicht in zittrige Haut drücken. Sie atmet die Luft ein, die ihr verheißt, bald frei zu sein. Frei von sich, frei von allem, was emotional ist, von ihrer Empfindsamkeit, frei von Schmerz. Frei von ihrer kitschigen Art, die Welt zu sehen und dann doch mit einem selbstverlorenen freiwilligen Riesenkopfsprung auf dem Asphalt der Realität zu landen. Frei von sich. Ganz von selbst befreit. Von ihrem Selbst ganz frei. Frei. Sie inhaliert die tausend kalten Nadeln der klirrend kalten Luft wie eine Süchtige, die nach Reinheit lechzt und leidet unter ihrer physiologischen Unfähigkeit, diese in- und bei sich halten zu können, denn sie muss ja ausatmen. Also atmet sie aus. Geht schnelle Schritte, hechelt, fordert, befiehlt die Auflösung ihrer eigenen Existenz. Die Erleichterung danach stellt sie sich vor, in allen Variationen, intensiv, tieftauchend, fassungslos leicht und nicht greifbar wie eine alte Legende. Sie wird sich dessen bewusst, dass sie noch nicht einmal Erleichterung fühlen wird, wenn sie nicht mehr ist. “Wie wunderbar. Nicht einmal die Erleichterung. Denn dafür müsste man ja etwas wiegen, ein Gewicht fühlen, um ein Gewicht, das davon abfällt, nicht mehr zu fühlen. Die Diskrepanz zwischen vorher und nachher kennen. Wenn man nicht ist, kennt man aber nichts.”

Doch es ist anders als sie will. Die Welt ist anders als in ihrer Vorstellung, und doch basiert alles, was sie sich vorstellt, wünscht und sich ersehnt auf dem, was es auf dieser Welt schon gibt. Selbst ihr innigster, intimster Wunsch wurde schon einst gewünscht. Er gehört ihr nicht ganz allein. Dieses Gefühl bedrückt sie, bis es sie zuschnürt. Der Gedanke, dass nichts aus ihr selbst entstehen kann, ohne dass es das schon irgendwo irgendwie mit irgendwem gegeben hätte, verleiht ihrer Existenz – und der Existenz der Welt und der Existenz der Existenz und allem, was existiert – eine schier unfassbare Sinnlosigkeit. “Alles. Alles. Alles. Sinnlos.” Sie will schreien, aber tut es nicht – aus reiner Gewohnheit schreit sie – wenn, dann still. Und aus reiner Gewohnheit will sie vor diesem Gedanken fliehen und inhaliert noch mehr kalte Nadeln in sich hinein. Sie fallen nicht mehr leicht auf ihre Haut, sie bohren nun mit Fragen, mit Zweifeln mit den dunklen Wolken ihrer Ängste, mit grauen, schwarzen Schleiern, die sie verdecken und sie vor sich selbst ungesehen liegen lassen.
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Der krumme Tag

Gestern war ein krummer Tag. Eine Freundin von mir schrieb eine seltsame SMS. So, als fordere sie eine Rechtfertigung dafür, dass jemand Bestimmtes, den wir beide kennen, traurig aussah, als ihr das Glück beschert wurde, meiner Freundin über den Weg zu laufen. “Hi Süße, ich habe heute So-und-so gesehen. Sie hat mich wohl nicht gesehen, und sie sah so traurig aus. Warum denn nur?” Mein Herz pochte. In den letzten Jahren schießt meine Wut sehr schnell in meine Stirnader und randaliert dort um die Wette mit wem-oder-was-auch immer. Dann entwickelt sich eine bedrohliche Unruhe in mir, die ich mit aller Macht zu bändigen suche. Was, wenn ich das nicht schaffe? Was, wenn ich meinen animalischen Impulsen freien Lauf lasse und mit all den Vorwürfen, all dem kalten Zorn antworte, mit dem ich inzwischn jedem antworten will, selbst, wenn die Person nichts dafür kann? Gehörte die Person zu jenen, die meine Wutschleuder verdient hätten? Ganz sicher nicht. Ein lieber Mensch ist sie, schon immer gewesen. Nur ihr Weltbild ist etwas einfach gestrickt. Sie hat klare Linien, die einiges einteilen. Einteilen in Gut und Böse, Rechtschaffenheit und Unehrlichkeit, in Paradies und Hölle. Und da sie gerade selbst ein Happy End in einer brenzlichen Lage erfahren hatte, wird das Leid anderer schon in irgendeiner Weise seine Richtigkeit haben.

Dachte sie so? Fast befürchte ich: ja. Wenn auch nicht bewusst und in konkreten Gedanken aus dekliniert. Wieso nahm ich das hin? Ganz einfach. Bei langjährigen Freundschaften ist das doch immer so. Man ist gemeinsam vierzehn Jahre alt gewesen – und die Wellenlängen schwingten im selben Takt, wenn auch nicht ganz, so doch angenähert. Das lag einfach in der Natur der Pubertät. Die Themen in der Phase sind recht eingegrenzt und überlappen sich zwischen den Personen so leidenschaftlich wie zwei Nacheinanderverrückte. Und dann? Das Abitur trennt alle, jeder geht seines Weges, ohne den alten gemeinsamen Weg von damals zu vergessen. Man trifft sich, redet, hat einander lieb – teils aus Gewohnheit, teils aus dem innigen Bedürfnis heraus, eine alte, heile Welt in einem alles desillusionierenden Verstand in Interaktion mit seiner empfundenen Realität fest zu halten. Und doch klappt das nur, weil man den Kontakt so spärlich wie möglich hält, um keine Reibungspunkte zu finden. So ist das doch, oder? So scheint es zu sein. So funktionierte es. Bis jetzt – und wird es sicher noch einige Zeit lang. Weiterlesen

Meinungen: Jeder hat eine. Und jede ist richtig.

Mir ist bei sachlichen Diskussionen, in denen es um Zahlen, Fakten, Gesetzmäßigkeiten geht, aufgefallen, dass (vom Unterlegenen) jedes Gegenargument als gleichwertig betrachtet wird, auch wenn es bei dem Argument lediglich um eine Meinung handelt. Unreflektiert, jeglichem Fundament entbehrt und ohne Angabe einer reliablen Quelle. Die Überbewertung der Meinung als solche (nicht zu verwechseln mit der politischen Meinungsfreiheit) bewirkt einen Tatsachen- und Wissenschaftsrelativismus, der mir manchmal den Magen verdreht. In Diskussionen mit stichhaltigen Argumenten, Quellenverweisen, historischen oder wissenschaftlichen Belegen und Trends wird die Meinung vom Diskussionspartner als etwas hingestellt, über das sich genauso schlecht streiten lässt wie Geschmack oder die ästhetische Empfindung für etwas. So funktioniert das aber nicht. Es ist höchstens gut für die Person selbst, die sich so davor bewahren kann, ihren Standpunkt oder  ihre Einstellung aktualisieren zu müssen. Aber nicht für die Progression unserer Gedanken, unserer Schlussfolgerungsrichtigkeit und unseres zukünftigen folgerichtigen Handelns.

Eine Meinung zu haben und zu entwickeln – das kann jeder. Ununterbrochen, unwillkürlich, sofort. Wir können vieles meinen und vergessen dabei, dass es bei einer so gemeinten Meinung oft um eine unbewiesene Vorannahme handelt, die aber im Laufe einer Diskussion überprüft werden sollte. Hält sie der Realität stand? Inwieweit kann man sie beibehalten? Oder sollte sie doch lieber erneuert werden? Gibt es vielleicht Menschen, die das Thema schon erforscht haben und doch etwas Anderes herausgefunden haben als das, was ich mit meiner Meinung postuliere? Das hier ist nichts, was einem schaden würde oder einem das Gefühl geben sollte, das Gesicht zu verlieren. Es ist lediglich die Entwicklung der echten Fähigkeit des kritischen Denkens. Kritisches Denken heißt nicht nur, dass man sich der Masse gegenüber lediglich aus Prinzip heraus quer stellt und in jeder Situation nur “aber” oder “nein” ruft, um dann zu sagen: “Das ist meine Meinung. Ich habe ein Recht darauf. Ich bin eben anders als ihr!” Kritisches Denken verliert seinen Sinn und Zweck, wenn es nicht dazu führt, die Dinge so akkurat wie möglich zu betrachten. Und das fehlt unserer RTL-Gesellschaft immer mehr. Der unbedingte Wille zur Akkuratheit. Die Älteren wollen nicht von alten Einstellungen abrücken, die Jüngeren wollen gar nicht erst zu denken beginnen. Pespektiven werden als Charaktermerkmal betrachtet und nicht als etwas, das es aktiv durch geistige Arbeit und Wissensaneignung zu erlangen gilt. “Ich habe diese Meinung, weil ich cool und anders bin!” (und nicht, weil ich mir meine Perspektive durch Recherche angeeignet habe). “Und ich bin gegen deine Meinung, weil ich für meine Meinung bin und nicht, weil ich dem etwas Echtes entgegen zu setzen hätte.” Weiterlesen

Vom Schützen und Beschützen

„Weißt du, was der Unterschied zwischen uns beiden ist?“, nahm sie ihren Restmut zusammen und stellte ihrer Freundin endlich die einleitende Frage, die sie in ihren Gedanken schon so oft gestellt hatte. „Nein, sag’ es mir, bitte.“ Sie atmete auf und begann, zu sprechen: „Jeder Mensch“, holperte sie den Satzanfang heraus, ohne zu wissen, worin er münden wird. „Jeder Mensch hat eine bestimmte Art, einen Menschen, eine Situation oder das Leben zu betrachten. Aus der Art, wie ein Mensch das Leben betrachtet, erfolgt seine Berufung. Warte, sag’ nichts, ich versuche es zu erklären. Wenn ich mit dir einen Ort erreichen möchte, schaust du nach dem Weg, der am schnellsten ist. Und ich schaue nach dem Weg, der vor allem für dich am Sichersten ist. Und wenn wir uns doch nach deinem Weg richten, sind meine Augen und Hände um dich herum wie unsichtbare Flügel. Sie zerren dich zurück, halten dich fest oder geben dir einen Klaps auf den Oberarm, wenn ich – viel zu früh, viel zu oft, viel zu überstürzt – eine Gefahr für dich sehe. Das ist keine Leistung, musst du wissen. Es ist in mir drin, ich kann nichts dagegen tun. Meine Aufmerksamkeit fokussierte sich schon immer – auch als Kind – darauf, andere zu beschützen. Alles, was um mich herum war, ob Tier, Mensch oder Gegenstände – selbst wenn es Fremde waren – sollte sicher sein. Der kleine Kreis um mich sollte in Frieden gelassen werden. Das ist der Unterschied zwischen uns. Bei mir kommt das an erster Stelle, was bei dir an Zweiter kommt. Es ist der, der mich anhänglich, aber auch grausamer macht. Ich kann andere mit den Zähnen einer wild gewordenen Raubkatze zerfleischen, die die Menschen in meinem Kreis verletzen wollen, während du in irgendeiner Weise Verständnis für sie aufbringen kannst.

Wir unterscheiden uns also, ja. Du schaust nach dem schnellsten Weg, der, der dich am Besten zum Ziel bringt. Gerne nimmst du mich mit, weil ich angenehm, treu, liebenswert oder auch ein guter Schutz bin, aber meine Sicherheit ist nicht dein erster Gedanke. Und das ist der Grund, warum ich mich immer wieder zurück ziehen muss in unserer Verbindung. Auch, wenn wir beide nichts für die Art, wie wir sind, können – so erwarte ich in meinen falschen Menschenbildern jenen gegenüber, die sich Freunde nennen, noch immer, dass sie mich auf die Art lieben und für mich kämpfen, wie ich es immer für sie getan habe. Du brauchst nichts zu sagen. Ich werde gehen, und ich werde zurück kommen, wie immer. Vielleicht früher, als du mich wieder zurück holen wirst, vielleicht wirst aber du aber schneller sein.“ Sie drehte sich um und ließ ihre Freundin mit lähmenden Schritten allein. Ihr Herz pochte aus Angst, sie würde fallen und sterben, wenn sie die paar Tage ohne ihren Schutz in ihrem Zimmer im Kreis drehte. Doch nichts dergleichen geschah. Und keine der beiden kehrte je zur anderen zurück. Weiterlesen