Diese Art von Mensch

Das neue Jahr entpuppt sich genau als das, was ich vorher bereits erspürt hatte. Eine Welle von Veränderungen spült alte Persistenzen fort; nach kurzem Trennungsschmerz kann die Wunde endlich ausfließen und letztendlich abheilen. Die Würfel sind erneut gefallen. Ich weiß, dass sich die Richtung in meinem Leben nun ändern wird. Das Gewand der Angst muss einem Neuen weichen. Ich werde wieder lernen, was es bedeutet, tief aus der Brust zu atmen und im schallenden Gelächter auszuatmen. Wir stecken uns gegenseitig an. Unsere Dynamik wird verflochten – und anstatt, dass wir uns durch unsere negativen Kräfte blockieren, werden wir heute zu elastischen Aufständischen, die einander die Rücken und die Haut decken.

Ich glaube, ich bin erwachsen geworden. Aus mir und meinem Anspruch auf Loyalität schlauer geworden. Meine Halsstarrigkeit ist zu Bruch gegangen und damit auch meine Forderungen, die ich an die Falschen gestellt habe. Ich will nur noch begegnen in dem Wissen, dass Trennungen dazu gehören. Immer weniger brauche ich zum Festhalten; und immer mehr Mut, um so zu leben, wie ich es für richtig halte. Den Mut bringe ich auf, weil ich in diesen Tagen etwas verstanden habe: Wenn ich muss, schaffe ich fast alles. Mit der Erkenntnis, dass nichts für ewig wärt, lerne ich zu schmusen. Noch verbrenne ich mich dabei. Noch brauche ich Zeit.

Kennt ihr diese Menschen, die einen verderben? Für alles, was davor war und danach noch kommen wird? Solche, die euch mit ihrer Echtheit und Leidenschaft mitreißen, ohne dass sie es wollen? Einfach nur durch das, was sie sagen und mit dem, was sie suchen? Ich bin einer Person begegnet, die sich bei der Suche nach Erkenntnis noch mehr Narben geholt hat als ich. Jemand, der noch weniger Kompromisse eingeht. Eine Person, die, wenn sie könnte, sich selbst gegen die Wahrheit eintauschen würde. Dieser Mensch ist ein Künstler: ein Wissenschaftler durch und durch. Mit all der Verzweiflung, die jemand mit so wenig Mitteln und diesen viel zu großen Sehnsüchten haben kann.

Und dann ist es gut

Was ich in den letzten Wochen gelernt habe ist, dass es mich nicht umbringt, den Falschen zu vertrauen. Sie haben beim Lamentieren schon längst meinen wunden Punkt vergessen. Und erkannt habe ich, dass nichts dabei ist, wenn ich den Richtigen nicht vertraue. Denn sie stehen noch immer da, am Wegrand meines Blickes, und warten geduldig auf mich, bis ich endlich weiß, was zu sagen ist. Das ist ein schöner Monat, dieser März. Wir feiern das neue Jahr ganze dreizehn Tage lang. Und diese dreizehn Tage sind erst in vier vorbei. Dieser Frühling ist der Erste nach Jahren, den ich annähernd so lieben kann, wie es ein Frühling nun einmal verdient hat. Die Veränderungen geschehen {in mir} in rasanter Form. Und ich weiß, bald fängt ein neuer Lebensabschnitt an – und in der neuen Arbeit gehe ich wie eine kleine Sonne auf. Die Melancholie bleibt aus die letzten Tage. Das macht mich unkreativ, doch glücklich, weil ich nichts Schlechtes über mich zu berichten habe. Ich renne raus und alle lächeln {mich an}. Ich stehe in der Schlange, und das Warten ist ein kleiner Augentanz. Ich lauf’ zur Bahn, und der Fahrer wartet auf mich drei Ampelzyklen lang. Ich setz’ mich hin, und ein kleines Mädchen zeigt – seiner Mutter zugewandt – auf mich, fragt sie um Erlaubnis und setzt sich dann neugierig zu mir hin.

Was passiert denn nur, wenn die Sonne scheint? Überhaupt war vieles anders in den letzten Wochen. Ich rede und hülle mich nicht in Schweigen ein, und das bei Themen, die mich direkt betreffen. Geknickte Freundschaften erheben sich gen Himmel wie Tulpen. Sie wollen einen Neuanfang, und ich sage “Ja”. Nie dagewesene Freundschaften werden endlich beendet. Ich entlasse mich aus der selbst auferlegten Pflicht, für immer da zu sein, und sage erleichtert “Nein”. Eine neue Energie erwacht aus meinem Schmerz heraus. Eine Botschaft, die mich aus der inneren Resignation befreit. So dass der reißende Fluss meines Handelns sich vom Sprudeln meiner Seele nähren kann, und ich endlich nicht – wie sonst – im Minus meiner Kräfte weile. Nichts kann bleiben, wie es ist. Die Veränderung ist die Mutter der Natur. Und Mutternatur? Sie nickt, wenn sie mich das hier schreiben sieht.

Schock des Tages: Hier ist ja alles weiß!

Ja, so ist das, meine Lieben. Ich habe in einem Anflug von Pseudo-Minimalisten-Wahn gedacht, dieser Blog muss aufgeräumt werden. Schwere Boxen, Balken und die Dunkelheit gehören raus, die Rein- und Klarheit von Weiß und definierten, minimalen Strukturen rein. Vor allem auch deshalb, damit meine Fotografien etwas besser zur Geltung kommen.

Zugegeben, auch ich hatte Probleme, mich von meiner perfekten Symbiose aus Dark und Kitsch (Quasi-Emo-Style) mit dem leichten futuristischen Touch (Minah nannte es Gamer-Style) zu verabschieden. Aber ich habe es sicher archiviert und kann jederzeit umswitchen, sollte ich von minimalistisch wieder auf Emo zurück wollen. Es tut mir Leid, wenn Ihr Euch jetzt so dermaßen krass umstellen müsst. Viele von Euch werden die absolute Schönheit und Genialität dieser neuen Blogbekleidung auch erst nach einer gewissen Eingewöhnungsphase erkennen – aber wenn es erst einmal so weit ist, dann werdet Ihr es so lieben wie ich. Ganz sicher!

Noch ein paar Infos nebenbei: Rechts seht Ihr die Navigation. Ihr könnt sie öffnen und seht dann eine Reihe von super schönen Links mit unfassbar ungezügelten Mini-Herzchen als Stichpunktsymbole. Ihr könnt das individuell gestalten und einfach entscheiden, dass beim nächsten Öffnen der Seite, immer “Kategorien” oder “Fotografie & Kunst” oder auch alles offen bleibt. Die Navi-Kategorien schließen sich bei einem Reload also nicht. Und starten tut Euer Browser mit der letzten Einstellung der Navigation. Die Kunst- und Fotografiegalerien sind noch nicht am neuen Style angepasst. Das wird morgen nachgeholt. Ich hoffe, Ihr fühlt Euch dennoch wohl hier. Auch, wenn ich umdekoriert habe.