Versuch und Irrtum

Eine meiner typischen Eigenarten ist, dass ich alles ausprobieren muss. Dabei rede ich nicht von der Probierlust, bei der ich neue Dinge entdecke. Die ist bei mir zwar auch stark ausgeprägt, aber ich meine etwas anderes. Es ist oft vorgekommen, dass ich in einer Situation war, in der man mir sagte, es würde nicht mehr klappen, es sei unmöglich, ich solle die Angelegenheit loslassen, weiterziehen und es beim nächsten Mal versuchen. Und was tat ich? Ich hörte zwar zu, und ein großer Teil in mir verinnerlichte zwar die Zweck- und Hoffnungslosigkeit, aber ich konnte mit dem Tun, mit dem Handeln an einem Problem, einfach nicht aufhören. Immer fragte mich meine innere Stimme: “Ist es wirklich hoffnungslos? Hast du alles versucht? Gibt es tatsächlich keine Chance?” Dieses Anzweifeln des Offensichtlichen und der Kampf gegen die eigene Kapitulation waren immer ein starker Motor und Energiefresser in einem. Aber der Grund, warum ich dennoch an einer Sache bleibe und mich festbeiße, ist dieser: In den meisten Fällen habe ich tatsächlich alles gegeben und alles gewonnen, was andere für verloren hielten. Also kann ich damit nicht aufhören, mit Versuch und Irrtum, mit noch zehn Versuche und Ziel. Und das ist eine ganz bestimmte Abzweigung, die aus meiner angeborenen Sturheit entsprungen ist. Also ist sie manchmal doch zu etwas gut, diese Sturheit.